Nachdem ich vor ein paar Tagen beim Stadtbummel Knöpfe gefunden hatte, habe ich nun keine Ausrede mehr und die Jackenteile hervorgeholt.
Zuerst muss ich die restlichen Fäden vernähen – wie schön, dass ich da schon mal vorgearbeitet hatte und es gar nicht mehr so viele sind.
Da ich mir vorgenommen hatte, die Teile vor dem Zusammennähen zu spannen, habe ich mir das vorbereitet. Zuerst kommt auf den Tisch eine Plastiktischdecke. Darauf habe ich die Teile eines Schaumstoffpuzzles ausgelegt und verbunden.
Mit Stecknadeln werden nun die Teile nach Schnittmuster fixiert und dabei etwas gespannt. Nachdem die Fleißarbeit erledigt war, habe ich sie mit einer Sprühflasche angefeuchtet.
Nun müssen sie wieder trocken, das wird ein paar Tage dauern.
Endlich habe ich es zur Nadelwelt Karlsruhe geschafft. Davon träume ich schon seit Jahren, seit ich mit Patchwork angefangen habe. Aber der Weg war mir immer zu weit. In diesem Jahr gab es nun mehrere gute Gründe, sich endlich auf den Weg zu machen und ich bin begeistert. Was für schöne Hallen, tageslichtdurchflutet. Gleich hinter dem Eingang begannen die Ausstellungen, eine schöner als die andere.
Ich war mit einer Freundin unterwegs, die vom Malen kommt und überlegt, sich vielleicht auch in Stoff zu probieren. Gemeinsam haben wir gestaunt und gefachsimpelt, wahrscheinlich habe ich Dinge gesehen, auf die ich alleine nicht geachtet hätte.
Von zwei Patchwork-Künstlerinnen waren wir besonders beeindruckt. Roswitha Schmit aus Österreich mit wunderschönen Patchworkarbeiten und Hilde van Schaardenburg aus den Niederlanden mit ganzen textilen Installationen. Mit beiden haben wir uns nett unterhalten und ein paar Fotos gemacht. Leider habe ich vergessen zu fragen, ob ich sie hier zeigen darf und deswegen tue ich es nicht, aber unter ihren Namen finden sich sicher Bilder im Netz.
Tja und eine Händlerhalle gab es natürlich auch, auch hier viel zu entdecken und so manche Verlockung. Bei Grit von Grit’s Life Shop bin ich fündig geworden, ein Grit’s Mini passend zum Notizbuch – kann man machen.
Schön war’s, vielleicht komme ich mal wieder zur Nadelwelt in Karlsruhe.
Nur noch quilten und fertigstellen? Denkste – mal wieder ein ungeplanter Stopp und doch noch Stoff kaufen. Was war passiert? Der fest eingeplante Rückseitenstoff misst nur 140 cm, ich brauche aber 150 cm in der Breite. Da passte es ja gut, dass ein Besuch im Stoffgeschäft anstand. Meine Wahl fiel auf einen überbreiten Rückseitenstoff, den ich quer verwenden werde. Und aus dem Rest kann ich dann anschließend das Binding schneiden.
Aber los geht es immer noch nicht, denn nun muss auch noch Volumenvlies her, auch hier ist der Rest zu klein. Dieses Mal in der Länge, denn der Quilt soll auch als Tagesdecke zum Einsatz kommen, deswegen ist er 200 cm lang und nicht nur 180 cm, die noch dagewesen wären.
Diese Zeilen hatte ich schon Ende März vorgeschrieben und wollte den Beitrag zeitnah veröffentlichen. Das Vlies hatte ich auch gekauft und nun sollte das Sandwich hergestellt werden. Dazu brauche ich aber bei dieser Größe erstens Hilfe und zweitens gutes Wetter, weil ich es kleben will und mit den Sprühkleber draußen arbeiten möchte.
Und da ist das Projekt nun hängen geblieben, es hat sich kein Zeitfenster ergeben. Und es gibt auch keinen nennenswerten Fortschritt, den ich zeigen könnte. Nur die drei zusammengelegten Schichten, die nun im Schrank liegen und auf ihren Einsatz warten müssen.
Schade eigentlich, aber vielleicht brauche ich die Decke ja im Sommer gar nicht?
Aus den Resten vom FlicFlac-Einkaufsbeutel sollte gleich etwas werden, gar nicht erst irgendwo einsortieren. Nun hat es zwar ein wenig gedauert, aber heute kann ich das neue Stiftemäppchen zeigen.
Im Beitragsbild sind die beim zweiten Schneiden entstandenen Quadrate schon auf dem Weg zu einer neuen Einheit, die das Motiv für die Vorderseite werden soll. Daneben liegt der bunte Stoff, den ich als Ergänzung vorne und für die Rückseite benötige.
Für die Innenseite verwende ich ein leichtes Wachstuch, einen passenden Reißverschluss habe ich auch noch im Vorrat.
Daraus wird nun mit ein paar Nähten ein Stiftemäppchen.
Selber behalten oder vielleicht doch ein Mitgebringsel, mal sehen.
Nachdem ich ausgegrummelt hatte, habe ich die zweite Platte aus den übrig gebliebenen bunten Stoffquadraten mit 1/4 Inch Nahtzugabe zusammengenäht und konnte die dann wie geplant in kleinere Quadrate schneiden. Die wurden erst alle in eine Richtung gedreht, dabei entstanden die Windmühlen. Danach musste ich wieder nur Quadrate zusammennähen, das ist eine sehr spannende Methode.
Und nun – auf zur Fertigstellung des Einkaufsbeutels. Dafür benötige ich den Außenbeutel, bestehend aus Vorder- und Rückseite, das Futter und die beiden Träger – im Beitragsfoto sind die bereitgelegten Materialien zu sehen. Eigentlich wollte ich den Rückseitenstoff auch für den Innenbeutel verwenden. Aber der ist so bunt, da finde ich ja im Beutel gar nichts wieder. Deswegen habe ich mich für einen anderen Stoff entschieden, einen hellblauen Hemden- oder Blusenstoff.
Zuerst habe ich die Träger – wie immer bei mir lang, damit ich den Beutel schultern kann – zusammengelegt und knappkantig abgesteppt. Anschließend habe ich jeweils die beiden Teile des Außen- und Innenbeutels verbunden. Danach werden die beiden Beutel verheiratet, dabei werden die Träger mitgefasst. Zum Schluss wird die obere Kante knappkantig abgesteppt.
Um das Flic flac-Muster nähen zu können, braucht man Ginies Patchwork Schablonen von Timeless Treasures. Meine, in der Größe „C“ liegen schon etwas länger und durften nun mal aus der Schublade kommen. Vernähen will ich wieder einen Stoff von Kaffe Fassett, den ich mit eigenen Stoffen für die Flic flacs ergänzen werde, erste Ideen dazu oben im Beitragsbild.
Das Muster entsteht in zwei Schritten. Im ersten werden farbige Stoffquadrate geschnitten und zu einem Rechteck zusammengesetzt. Für den Zuschnitt gibt es die erste Schablone. Die Nahtzugabe ist eingezeichnet, also kann ich sofort loslegen. Aber die Schablone ist sehr rutschig, ob ich wohl einfach mit meinen normalen Zuschneidelinealen arbeiten kann? Gar kein Problem, ich brauche nicht einmal die Inch-Lineale und kann direkt Quadrate in Zentimetern schneiden. Und dann doch einen Gedankenfehler gemacht und viel zu viele zugeschnitten. Egal, die eine Hälfte lege ich beiseite und füge die andere nach Anleitung zusammen. Außen rum gibt es einen dunkelblauen Rand.
Und nun soll die zweite Schablone zum Einsatz kommen. Mit ihrer Hilfe wird das Rechteck wieder in nun kleinere Quadrate zerschnitten. Dafür sind Linien eingezeichnet, die auf die Nahtlinien gelegt werden. Dann kann man entweder direkt mit einen kleinen Rollschneider schneiden oder erst alle neuen Quadrate aufzeichnen und anschließend mit der Schere ausschneiden.
Ich habe mich für die zweite Variante entschieden und schon beim zweiten Quadrat gemerkt, dass etwas nicht passt, denn die Linien überschneiden sich – warum? Wo liegt der Fehler? Es hat einen Augenblick gedauert, dann hatte ich ihn gefunden. Auf der Schablone ist eine 1/4 Inch Nahtzugabe eingezeichnet! Darauf war ich nicht gekommen, außen Zentimeter und bei der Nahtzugabe dann Inch zu verwenden. Ich habe natürlich mit meinen normalen Nähfüßchen genäht und deswegen ist die Nahtzugabe zu breit und darum sind logischerweise die neu entstandenen Quadrate zu klein.
Grummel, grummel – wie gut, dass ich noch Stoffquadrate habe. Aber ersteinmal brauche ich eine Pause.
Dringend brauche ich ein bisschen Farbe. Darum habe ich mir das Charm Pack von Free Spirit herausgeholt, ein Geschenk einer Freundin. Die Stoffe hat Kaffe Fassett entworfen, der ist bekannt für Farbe, viel Farbe. Diese Zusammenstellung in Rottönen nennt sich HOT und ist aus dem August 2024.
Im Paket sind 42 Stoffstücke, jedes Muster ist zweimal vorhanden. Und ich will nicht sortieren, einfach nur so nehmen, wie sie kommen….. Klappt natürlich nur bedingt. Damit alle Muster zu sehen sind, werde ich zwei Kissenplatten nähen und verteile die Stoffe dafür nach links und rechts. Jeweils einmal bleibt das Stoffstückchen ganz, einmal wird es geteilt. Gleichzeitig muss ich die Quadrate etwas verkleinern. Die Zuschnittreste liegen oben im Bild.
Anschließend habe ich die Kissenplatten zusammengesetzt und gequiltet.
Nun muss ich erstmal in den Shop, um ein größeres Stück Stoff für die Rückseiten zu besorgen. Mal sehen, ob ich was Passendes finde.
Natürlich habe ich einen Stoff für die Rückseite gefunden und konnte zuhause mit der Fertigstellung der Kissen weitermachen.
Und ja, den Stoff habe ich absichtlich um 90 Grad gedreht, sonst würde es langweilig werden, sollten jemals beide Rückseiten nach vorne gedreht sein.
Nun liegen da noch so ein paar Reste – weglegen? Für was und wann und passen sie jemals zu anderen Stoffen? Also lieber gleich vernähen. Ich habe auch schon eine Idee.
Für ein kleines Beistelltischen brauche ich ein Deckchen, die Glasplatte ist einfach unpraktisch. Aus sieben Quadraten wurde die Vorderseite, die allerletzten Quadrate wanderten in die Rückseite, zusammen mit dem als Rückseite gekauften Stoff. Aus dem konnte ich sogar noch das Binding schneiden – alles verbraucht und keine Reste produziert.
Die ersten Bilder zu diesem Projekt sind aus dem Juli 2023 – nein, ich horte sicher keine UFOs. Doch natürlich ist das ein weiteres unfertiges Projekt. Aber es gab keine Notwendigkeit, es fertig zu stellen und obendrein ein Problem, das ich lösen musste.
Der innere Teil des Tops war mit den Sternen und den Quadraten fertig geworden. Das Maß passte nicht zu der bereitgelegten Füllung, einer halben Bettdecke vom Schweden. Davon gibt es noch ziemlich viele, die unsere Patchworkgruppe angeschaft hatte, als wir Minideckies für Flüchtlingskinder genäht haben. Die Gruppe gibt es nicht mehr, von der Aktion habe ich auch schon länger nichts mehr gehört, aber die Decken sind noch da. Was liegt also näher, die für andere Charity-Projekte zu verwenden. Inzwischen habe ich eine Mitstreiterin gefunden, die auch Lust hatte, sich um Adressaten für Kinderquilts zu kümmern und deswegen nimmt das Projekt jetzt wieder Fahrt auf. Eigentlich wollen wir zusammen nähen, aber es kann ja nicht schaden, wenn ich bis dahin auch meine zweite Kinderdecke schon mal fertig habe.
Aus leidvoller Erfahrung wissen wir ja inzwischen, dass die Randgestaltung relativ viel Stoff braucht. Und deswegen muss ich nun einen Lieblingsstoff verwenden. Gekauft habe ich davon ein paar, für „schöne“ Rückseiten. Denn vor der Umgestaltung hatte ich einen Platz, an dem die Quilts nicht nur von vorne, sondern auch von der Rückseite her zu sehen waren. Und dafür habe ich im Laufe der Jahre hübsche Stoffe gekauft. Und hübsche Stoffe kann ich nicht für Fitzelteilchen zerschneiden, das fiel mir schon immer schwer.
Nun ist also der Sternenhimmel dran. Gewagt bunt zu dem schon bunten Innenteil, aber vom Thema kann es ja gar nicht besser passen. Die Rückseite hat eine Patchworkfreundin spendiert und kaum zu glauben, aber es gibt aus der Sternenserie noch einen Begleitstoff, der optisch dazwischen passt, hoffentlich reicht er für das Binding. Im Foto oben ist die Auswahl zu sehen, die Farben passen aber mal wieder nicht so richtig. Vielleicht ergibt sich nach dem Quilten und Fertigstellen die Möglichkeit, den fertigen Quilt bei Tageslicht draußen zu fotografieren. Aber bis dain geht es nun erstmal in den Nähkeller.
Zurück aus dem Nähkeller kann ich die frohe Botschaft verkünden, dass der Kinderquilt wie angedacht fertig geworden ist. Am Wochenende habe ich die letzte Naht am klassischen Binding mit der Hand geschlossen.
Dieser Kinderquilt ist ca. 100 x 140 cm groß. Genäht und gequiltet mit der Nähmaschine, jeweils in der Naht der Quadrate. Mit dem Foto bei Tageslicht hat es leider nicht geklappt.
Notdürftig mit Sicherheitsnadeln zuammengehalten, ergibt sich folgendes Bild.
Das ist noch ausbaufähig. Zuerst muss ich den zweiten Ärmel stricken, anders als in der Vorlage wird er aber gleich. Verschiedene Muster an zwei Armen – das würde mich wohl überfordern.
Anschließend werde ich die Teile spannen müssen, das ist bei eingestrickten Mustern leider erforderlich. Danach werde ich sie zusammennähen, bevor es an die Fertigstellung mit Blenden und Knöpfen geht. Letztere muss ich überhaupt erstmal kaufen.
Wie versprochen, habe ich die Strickjacke wieder hervorgeholt. In der festen Hoffnung, dass dieser Winter irgendwann vorbei ist. Und dann will ich vorbereitet sein.
Als Vorlage dient wieder eine vor langer Zeit gestrickte Jacke, diesmal hat sie aber lange Ärmel. Und wie man durch das eingestrickte Muster gut erkennen kann, hat sie auch die gerade eingesetzen Ärmel – wusste ich gar nicht mehr.
Leider rollen sich die Ärmelkanten ein, deswegen passt „die Neue“ im Moment noch nicht so richtig auf die Vorlage. Die neue Jacke werde ich später auf jeden Fall spannen müssen. Aber im Moment sind erstmal nur die Ärmel wichtig und das sieht doch schon ganz gut aus.
Der erste Ärmel ist fast geschafft – fehlt nur noch der zweite.
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