Kategorie: Projekte

Tischläufer Dänemark

Tischläufer Dänemark

Bei der Herstellung der dänischen Landschaft gab es viele Rest-Dreiecke. Einige waren zu knapp geschnitten, einige andere waren „falsch rum“. Um sie nun gar nicht erst in die Resteboxen einzusortieren, habe ich sie mir gleich vorgenommen und grob sortiert. Da könnte doch was draus werden.

Im ersten Schritt habe ich je zwei geometrisch passende zusammen genäht und mich gewundert, wie unterschiedlich die Fertigmaße geworden sind. Okay, ist eine Resteverarbeitung und da muss eben improvisiert werden. Also zweiter Schritt, immer zwei Pärchen zusammen nähen. Von diesen Einheiten habe ich ja schon ein paar fertige vorliegen, die ich beim Leuchtturmprojekt abgetrennt hatte. Die habe ich alle an die Wand gehängt.

Das sieht doch schon mal ganz gut aus. Die Länge ist auch okay, aber es ist zu schmal für einen Tischläufer. Da eine Farbe sowieso fehlt, habe ich die grünen Stoffe rausgeholt und Rechtecke eingefügt. Nun sieht es so aus.

Für die Rückseite habe ich einen „Dünengras-Stoff“ verwendet, Polyester-Vlies bildet die Füllung. Gequiltet habe ich mit der Nähmaschine im Nahtschatten der senkrechten Nähte und diagonal über die Blöcke, die sich durch die grünen Felder ergeben.

Drumherum ein klassisches Binding in grün und fertig ist mein Tischläufer Dänemark. Er ist ca. 25 x 75 cm groß.

Strickjacke (RVO) 8

Strickjacke (RVO) 8

Was für ein Chaos, im großen Beutel der Garnvorrat, im kleinen der Jackenkörper, im Fadensammler das Knäuel, mit dem ich gerade arbeite, dazu 5 Nadeln und immer die Anleitung dabei, damit die Streifenfolge richtig wird und ich an den richtigen Stellen Maschen abnehme, damit der Ärmel unten enger wird – Hilfe!

Das hatte ich nicht bedacht, als ich mich entschieden habe, diese Reste-Jacke als RVO zu arbeiten. Aber nun ist es so und ich muss da durch. Aber richtig Spaß macht es nicht und deswegen zieht es sich ein bisschen sehr hin.

Ein wenig Ärmel ist schon zu erkennen.

Weiter geht’s.

Dänemark 9

Dänemark 9

Es ist vollbracht, hurra. Und meinem Mann fiel ein toller Name ein.

Aber der Reihe nach. Gequiltet habe diesen Wandbehang mit der Nähmaschine. Die beiden Außenseiten habe ich unterschiedlich eng nebeneinander mit Linien gesteppt. Den „Bilderrahmen“, also die weißen Streifen und den Leuchturm selber habe ich mit dem Schmalkantenfuß knapp neben der Naht gequiltet. Zuletzt habe ich die applizierten Fensteröffnungen einmal rundrum gesteppt.

Für das Binding habe ich einen Streifen rot erst zusammen und anschließend angenäht, die letzte Naht auf der Rückseite habe ich mit der Hand geschlossen und dabei die Aufhängung eingearbeitet. Fertig!

Der Wandbehang ist ca. 60 x 70 cm groß geworden und sein Name lautet: Der verrückte Leuchtturm. Warum? Weil der Leuchtturm Rubjerg Knude (den ich fotografiert und nachgearbeitet habe) nördlich von Löcken vor ein par Jahren tatsächlich verrückt wurde. Im Laufe der Zeit wurde soviel Material von der Steilküste abgetragen, dass sie ihm gefährlich nahe kam. Beherztes Eingreifen vermied den Absturz, indem der Turm in einer spektakulären Aktion ca. 100 Meter weit zurückgezogen wurde. Nun können wir ihn hoffentlich noch viele Jahre besuchen.

Zwei Jahre hat mich das Projekt in der Werkstatt begleitet, in Gedanken noch viel länger. Ich bin froh, dass es nun beendet ist und wende mich neuen zu.

Dänemark 8

Dänemark 8

Nach langer Zeit melde ich mich mal wieder. Inzwischen habe ich viel gelesen, Urlaub gemacht und Nordlichter geguckt, aber gehandarbeitet habe ich nicht. Deswegen ging es hier auch nicht weiter. Aber damit ist nun Schluss.

Zur Erinnerung die ersten beiden Fotos. Oben die Kuppel des Turms, inzwischen mit den eingestickten Details. Und hier die Version des Tops, die ich eigentlich als endgültig vorgestellt hatte.

Aber irgend etwas störte mich. Wochenlang bin ich immer mal wieder hingegangen und habe es mir angeschaut, es wurde nicht besser. Zuviel Dünen? Falsche Perspektive? Keine Nordsee? Keine Idee, kein Plan, einfach abwarten.

Und dann habe ich den Hintergrund in Streifen getrennt und mit denen alles mögliche ausprobiert. Am Ende kam das dabei heraus.

Die Nordsee ist dabei und die Steilküste und auch ein paar Dünen, jetzt bin ich zufrieden. Leider ist von meinem in mühseliger Arbeit entstandenem Hintergrund fast nichts mehr zu sehen, aber er umarmt den schönen Leuchtturm und stärkt ihm den Rücken.

Vorder- und Rückseite sehen nun so aus.

Alle Teile sind zusammengenäht und werden nicht mehr verändert. Ich glaube, es gab noch nie ein Projekt, bei dem ich soviel getrennt, neu genäht und am Ende sogar (weg)geschnitten habe. Der Leuchtturm hat seine Alleinstellung erkämpft und behauptet und ich bin damit ziemlich glücklich.

Fest vorgenommen habe ich mir, mit der Fertigstellung gleich weiter zu machen.

Dänemark 7

Dänemark 7

Tischlerarbeiten an DER zentralen Stelle im Haus bescherten mir zwei weitere Nähtage – man will die Handwerker ja nicht stören, grins.

Zeit für mich und meinen Leuchtturm. Die kniffligen Stellen an der Brüstung oben habe ich am Ende nur unter Zuhilfenahme des Bügeleisens einpassen können. An solchen Stellen wird mir immer wieder bewusst, dass drei Ausbildungsjahre wohl doch ihren Sinn haben und mir eben viele Tricks und Kniffe aus der Schneiderei unbekannt sind. Aber wie lautet einer unserer liebsten Sprüche? Das kriegst du noch beim Quilten hin.

Damit die Kuppel dreidimensional erscheint, habe ich versucht, außer den senkrechten Streben auch die waagerechten Ringe aufzusticken und sogar für die hinten im Schatten liegenden Rundungen einen dunkleren Faden benutzt. Die Scheiben, die früher die Optik geschützt haben, sind schon lange nicht mehr vorhanden, also freier Blick auf den Himmel und den Spiegel, der die Technik ersetzt hat.

Der Teil mit dem Leuchtturm ist am Ende kürzer als geplant und der Stoff für den Himmel restlos aufgebraucht. Das graue Fundament möchte ich nicht erhöhen. Was nun?

Ich könnte an den Landsschaftsteilen unten etwas kürzen und mache nur je einen Trennstreifen zwischen Turm und Landschaft. Oder ich mache um den Leuchtturm einen ganzen Bilderrahmen und erreiche damit die gleiche Länge.

Und dann musste ich noch etwas entscheiden. Sollen die Trennstreifen in weiß, so ein bisschen wie ein Bilderrahmen werden? Oder lieber in einem orangegelb, ein bisschen Sonne oder Licht vom Leuchtturm?

Ich freue mich erst einmal, dass der Leuchtturm fertig ist und mache ein wenig kreative Pause.

Dänemark 6

Dänemark 6

Nachdem ich in der Theorie fertig war und auch schon einen Papier-Leuchtturm gezeichnet hatte, haben mich nun ein paar Nähtage ein ganzes Stück voran gebracht.

Vorlage für meinen Leuchtturm ist ein Urlaubsfoto vom Rubjerg Knude Fyr nördlich von Lökken an der Jammerbucht in Dänemark. In diesem Jahr ist es 40 Jahre her, dass ich ihn zum ersten Mal gesehen habe. Damals standen noch die Häuser drumherum, es gab ein Museum und ein Café und der Sand der Wanderdüne konnte noch weggeschaufelt werden. Inzwischen sind die Häuser nicht nur aufgegeben, sondern von der Düne begraben und zerstört worden. Der Turm ist erhalten geblieben und wurde vor ein paar Jahren in einer spektakulären Aktion um etliche Meter ins Land zurückgezogen, damit er nicht ins Meer stürzt.

Mein Urlaubsfoto musste ich mehrfach vergrößern und konnte mit meinen Hausmitteln jeweils nur den oberen Teil ausdrucken. Darin stecken dann auch die Details. Den Rest des eher schlichten Turms habe ich selber gezeichnet und den Entwurf schon mal auf den Hintergrund gesteckt – zu sehen oben im Beitragsbild. Rechts im Bild ist auch schon die erste Stoffauswahl zu sehen.

Aus dem Entwurf habe ich mir zuerst ein Schnittmuster gebastelt. Dafür habe ich die Teile durchgepaust, mit Nahtzugaben versehen, ausgeschnitten, auf den Stoff gesteckt und den zugeschnitten. Der gemauerte Teil des Turmes war zügig zusammengenäht. Die Kuppel war deutlich schwieriger, das habe ich mit der Nähen-auf-Papier-Methode gelöst. An Ende des zweiten Tages sah es dann so aus.

Das ging so nicht, das war viel zu unruhig. Im ersten Schritt sollte der Turm deswegen seinen eigenen, optisch richtigen Hintergrund gekommen. Damit war er dann aber breiter als ursprünglich geplant und applizieren ging auch nicht mehr. Also musste der Turm komplett in das Top eingearbeitet werden und den alten Hintergrund teilweise ersetzen.

Meine erste Idee war, wenigstens das Meer und die Steilküste zu erhalten und daraus eine Collage zu machen.

Das kommt immer noch nicht so gut, warum? Ist mit dem Blau der Nordsee zu viel Farbe drin? Muss ich dann doch darauf und damit auf den Blick von Lökken verzichten? Versuch macht klug.

Dann wandere ich eben durch die Dünen zum Turm und erst, wenn ich ihn erreicht habe, sehe ich auch das Wasser.

Nun hat der Quilt eine neue Geschichte und ich zwei Teile Hintergrund über. Vielleicht wird daraus die Rückseite und ich hätte einen Wendequilt. Aber nun muss ich erstmal den Hintergrund um den Leuchttrum nähen, das wird eine Herausforderung.

Erstes Geschenk in diesem Jahr

Erstes Geschenk in diesem Jahr

Eine Verpackung für ein Geldgeschenk musste her. Die zu Beschenkende hatte sich zu Weihnachten Buntstifte gewünscht und bekommen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man nie die richtige Farbe hat und relativ schnell einzelne Stifte nachkauft. Und die passen dann nicht mit in die Schachtel.

Während ich mir eine zusätzliche Schachtel gekauft habe, habe ich hier nun eine alte Anleitung rausgesucht und ein Stiftemäppchen selber genäht. Die Stoffe sind aus einem Patchwork-Adventskalender aus dem letzen Jahr und passen zu einer Katzenliebhaberin, die im Winter Geburtstag hat – oder?

Weihnachts-Octagon 3

Weihnachts-Octagon 3

Weihnachten war das Octagon an diesem Punkt angekommen und durfte sich ein wenig ausruhen. Aber dann habe ich den Schwung ins neue Jahr ausgenutzt und gleich daran weitergearbeitet.

Es ist mein erstes EPP-Stück in dieser Größe und mit so vielen Teilen. Ich bin über die Abweichungen sehr erstaunt, hatte ich mich doch um saubere Arbeit bemüht. Der äußere Rand war nur mit größter Mühe zu überreden, sich doch bitte in das Gesamtwerk einzufügen. Eine Abweichung von 1 cm musste ich ausgleichen. Deswegen war das Top am Ende ziemlich wellig und musste mit dem Bügeleisen in Form gebracht werden.

Dabei ging es nicht nur um die Wellen, sondern auch um die vielen dicken Nahtzugaben. Es kam nun zum ersten Mal ein Werkzeug zum Einsatz, dass mir vor einiger Zeit geschenkt worden war. Es handelt sich um einen Schneider-Klöppel, englisch Taylors Clapper. Das ist ein sorgfältig hergestelltes Stück Holz, das man sofort nach dem Bügeln mit Dampf auf die Nähte legt. Die werden daraufhin superflach. Das war beeindruckend und sehr hilfreich, denn die Nahtzugaben waren haushoch.

Ein Rückseitenstoffe war schnell gefunden und mit einem dünnen Vlies versehen. Nun konnte ich das Sandwich zusammenstecken.

Zusammennähen, zurückschneiden, wenden, ausarbeiten, Wendeöffnung verschließen und ein letztes Mal sorgfältig bügeln. Das sah schon ganz gut aus.

Mit ca. 45 cm Durchmesser kommt das Deckchen aber nicht ohne Quilting aus. Deswegen habe ich den mittleren Stern und den äußeren Rand jeweils knapp neben der Naht mit Handstichen gesteppt.

Wie schön, dass Weihnachten jedes Jahr wieder kommt, am 1. Dezember ist 1. Advent!

Strickjacke (RVO) 7

Strickjacke (RVO) 7

Nachdem ich meinem Kampf mit dem Bündchen gewonnen hatte, konnte ich mich dem ersten Ärmel zuwenden.

Das Bündchen habe ich eins rechts/eins links gestickt, macht man ja so. Mein Problem war nur, dass ich von oben komme. Das heißt, dass ich die Maschen am Ende abketten musste. Das ist ja nun keine große Sache – eigentlich. Aber es wurde an diesem Teil immer wieder zu eng. Da halfen keine größeren Nadeln oder neue Abkett-Varianten.

Zu guter Letzt habe ich nicht nur die Abkett-Reihe, sondern zusätzlich zwei weitere aufgeribbelt, war gar nicht so einfach mit dem Flauschgarn. Mit dem Material habe ich die Maschen mit je einer Luftmasche dazwischen abgehäkelt. Und zehn Maschen vor dem Reihenende war der Faden zuende! Also nochmal ein paar Maschen aufribbeln, Faden anknüpfen und dann aber…..

Mit dem Ergebnis muss ich mich noch anfreunden und hoffe, dass es nach dem Spannen der fertigen Jacke besser aussieht.

Anschließend habe ich die Maschen für den rechten Ärmel mit einem Nadelspiel aufgenommen. Analog zu den Reihen der Jacke will ich den Ärmel stricken und muss dabei ein paar Maschen durch Zusammenstricken abnehmen, damit der Ärmel gut sitzt.

Strickjacke (RVO) 6

Strickjacke (RVO) 6

Ganz viel Fadensalat konnte ich schon abschneiden und stricke hier nun entspannt mit dem letzten Knäul das Bündchen an Vorder- und Rückenteil. Danach kann ich endlich mal anprobiern, ob die Theorie der Realität standhalten kann.

Schon jetzt ist klar, dass ich an die Jackenkanten nachträglich Bündchen arbeiten muss, die rollen sich ein und die Seite mit den vielen hochgezogenen Fäden sieht auch nicht wirklich schön aus.

Aber erst werde ich die beiden Ärmel stricken, mit einem Nadelspiel in Runden. Dabei will ich die Streifen annähernd gleich arbeiten, jedenfalls so lange die Garne reichen. Die Jacke ist schon bunt genug, mehr „crazy“ möchte ich nicht.