Kategorie: Tipps & Tricks

Brief-Ecken nähen

Brief-Ecken nähen

Von Briefecken sprechen wir PatchworkerInnen, wenn sie eine diagonale Naht haben. Dazu muss man an den beiden benachbarten Seiten Streifen annähen, die länger sind. Beim Annähen muss die Nahtzugabe an Anfang und Ende frei bleiben. Im zweiten Schritt wird das Top über Eck diagonal zusammengelegt und genau in der Verlängerung wird die Naht der Ecke markiert. Nähen, Nahtzugabe zurückschneiden, ausbügeln und fertig.

Bisher habe ich die Randgestaltung meiner Arbeiten in Runden gedacht und genäht. Das hätte in diesem Fall also eine Runde Blinker in rot, eine Runde grau und eine Runde blau bedeutet, 12 Briefecken.

Das kann es doch nicht sein, wie wäre es, wenn ich erst die drei Streifen pro Seite zusammennähe und dann die diagonalen Ecken in einem Rutsch? Das muss doch das gleiche sein – oder? Es hilft nur ausprobieren. Und dann habe ich auch noch daran gedacht, die Nahtzugaben in die jeweils entgegengesetzte Richtung zu bügeln, so dass ich die Nähte später gut ertasten und stecken kann.

So sieht das nun aus.

Jetzt den Quilt diagonal zusammenlegen und die Ränder aufeinander stecken. In Verlängerung der diagonalen Kante die Nahtlinie makieren. Dabei mit Hilfe der Makierung auf dem Lineal auf die 45° Ausrichtung achten.

Genau den Endpunkt der Nähte zwischen Bild und Blinker finden und von dort nach außen nähen, diese Naht an Anfang und Ende verriegeln. Überstehenden Stoff nahtzugabenbreit abschneiden, wenden und ausbügeln.

Vielleicht habe ich das Rad neu erfunden, aber so habe ich es zum ersten Mal gemacht und es gefällt mir gut, auch wenn ich die 100% nicht ganz erreicht habe. Die kleine Abweichung quiltet ich einfach weg – vielleicht.

Muttis neue Topflappen

Muttis neue Topflappen

Schnell brauchte ich neue Topflappen für meine Mutter. Also flugs in den Handarbeits- und Bastelladen geradelt. Dort führen sie das Garn „cotton print“ von rico. Das erschien mir richtig für mein Projekt.

Wieder zuhause angekommen, musste ich aber erst einmal überlegen, so lange hatte ich keine Topflappen mehr gehäkelt. Ich habe mich für diese Variante entschieden.

Begonnen wird am Aufhänger, dann kann man den nicht mehr vergessen. Luftmaschenkette schließen und einmal mit festen Maschen herum. Wenden und nur noch eine halbe Runde, also die erste Reihe häkeln. Dabei jeweils in die mittlere Masche drei Maschen häkeln und schon ergibt sich die Form. Und die ist immer quadratisch, ganz egal, wieviele Reihen man häkelt. Deswegen braucht man sich vorher keine Gedanken über die Anzahl der anzuschlagenden Luftmaschen zu machen.

Der Rippeneffekt entsteht, wenn man beim Häkeln der festen Maschen nur in hinteren Bogen der Masche der Vorreihe einsticht.

Da ich eher locker häkele habe ich statt Stärke 4-5, wie auf der Banderole angegeben, mit Nadel 3,5 gearbeitet und bin mit der Festigkeit zufrieden, denn nichts ist ärgerlicher, als durch zu große Löcher an den heißen Topf zu greifen.

Ein kleines, schnelles Projekt muss auch mal sein, fertig!

Sternenerwachen 17 – Top fertig!

Sternenerwachen 17 – Top fertig!

Gestern habe ich das Top fertiggestellt – hurra!

Auch der Stoff, den ich mir für den Rand aufbewahrt hatte, hat durch die Bögen eine eindeutige Richtung. Das machte die Eckgestaltung aufwändig, weil ich mit Y-Nähten arbeiten musste. Aber ich habe es hinbekommen und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden und glücklich.

Mein herzlicher Dank geht an Roswitha von Country Rose Quilts, die sich dieses Design ausgedacht und mit uns geteilt hat. Hätte ich es selber entwofen, wäre das Top viel aufgeräumter geworden. Wahrscheinlich alle Sterne gleich, vielleicht in verschiedenen Größen. Aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, so viele verschiedene Sterne einzubauen. Und genäht wäre es noch lange nicht.

Das Top misst 150 x 200 cm, damit ist es mir zum Quilten zu groß. Deswegen werde es bei Christine Staack im Quiltbahnhof quilten lassen. Ich bin schon sehr auf ihre Quiltmustervorschläge gespannt.

Einsatz Maschenmarkierer

Einsatz Maschenmarkierer

Da der Fortschritt beim Muster nicht wirklich zu erkennen ist, zeige ich heute mal ein Hilfsmittel, das ich genial finde. Es handelt sich um kleine bunte Ringe, die als Maschenmarkierer auf die Nadeln gesteckt werden. Es gibt sie in zwei Größen, für dünnere und dickere Nadeln. 60 Stück sind in der Pappschachtel und leisten mir, seit ich sie entdeckt habe, sehr gute Dienste. Denn sie wandern in jeder Reihe/Runde mit nach oben, bleiben an Ort und Stelle und beschädigen garantiert auch keine Maschen.

Bei meinem Ärmelschal markiert der orangefarbene Ring den Rundenanfang. Der Mustersatz besteht aus 8 Maschen und wird 38-mal wiederholt. Damit ich den Überblick behaltet, habe ich nach  jeweils 40 Maschen (= 5 Mustersätzen) einen lilafarbenen Ring eingefügt. So stricke ich von Ring zu Ring und wenn der Mustersatz beim Ring nicht passt, kann der Fehler nur bis zum letzten Ring rückwärts passiert sein. Das entspannt mich sehr, denn bei 304 Maschen am Ende der Runde festzustellen, dass es nicht passt und der Fehler ist weit vorher passiert, ist sehr ärgerlich. Lace-Muster aufribbeln ist sehr mühsam und fehleranfällig. Also vermeide ich es lieber und die Maschenmarkierer-Ringe sind dabei ein tolle Hilfe.

Kurzärmelschal Etoile 6

Kurzärmelschal Etoile 6

Der Ausspruch, ich gehe dann mal ’ne Runde stricken bekommt gerade eine neue Dimension. 300 Maschen habe ich auf der Rundnadel, um die Spitze jetzt an das Rückenteil zu stricken. Da dauert die Runde fast eine Stunde!

Aber man erkennt jetzt genau, wie es werden soll. Der Kurzärmelschal könnte zu meinem Lieblingsteil werden, danke Birgit Freyer für das Muster.

Der linke Ärmel, den ich mit den Wunderschlingen gestrickt habe, erscheint mir auf dem Foto deutlich enger. Da die Maschenzahl die gleiche ist, habe ich mir also den rechten Ärmel durch das Gezerre auf der zu großen Nadel starkt gedehnt. Hoffentlich zieht sich das beim Baden wieder zusammen – oder soll ich ihn gleich aufribbeln und noch einmal stricken? Jetzt weiß ich ja, wie es besser geht.

 

Kurz-Ärmel-Schal 5

Kurz-Ärmel-Schal 5

Weiter geht es mit dem linken Ärmel. Dafür habe ich auf der Seite des provisorischen Anschlages jeweils den Maschen-Querdraht, also die Verbindung zwischen zwei Maschen, auf die Nadel genommen. Nachdem alle „Maschen“ sicher auf der Nadel waren, ribbele ich die Luftmaschenkette auf. Danach kann ich ganz normal „in die andere Richtung“ stricken.

Nachdem ich mich beim ersten Ärmel ja so schwer getan hatte, habe ich mal in der Facebook-Gruppe gefragt, wie die Frauen dort das Problem lösen.

Einige nutzen Bambus-Nadelspiele. Die Nadeln sind relativ leicht und sollen sich in dem Gestrick halten. Kann ich leider bei diesem Projekt nicht ausprobieren, die Nadeln in der Größe fehlen gerade, sind wohl irgendwo im Einsatz.

Andere kannten die „Wunderschlinge“. Davon hatte ich noch nie gehört und habe gleich mal bei youtube nachgeschaut. Genial einfache Lösung. Man nimmt eine große Rundnadel, teilt die Maschenanzahl ungefähr in der Mitte. Die eine Hälfte bearbeitet man, die andere Hälfte liegt gegenüber und dazwischen sind links und rechts Schlaufen aus dem übrigen Seil. Wenn die Maschen auf den Spitzen abgestrickt sind, werden die beiden Teile auf dem Seil verschoben, so dass dann die andere Hälfte gestrickt werden kann. Das lässt sich nicht beschreiben, wen es interessiert, der sucht bitte selber nach einen Video, hier ein Foto von meinem Versuch.

Ärmel-Schal 2

Ärmel-Schal 2

In meiner Handwerkstatt ist in den letzten Tagen nicht viel passiert, denn ich war bei den Patchworktagen in Celle. Aber während der Bahnfahrt habe ich an dem Rückenteil des Ärmel-Schals weitergestrickt und ungefähr die Mitte erreicht.

 

Im Hintergrund zu sehen ist das Garn für einen KAL, den Birigt Freyer ab 14. Juni anbietet. Sozusagen das Damenprogramm zur Fußball-WM. Bis jetzt wissen wir nur, dass wir eine Lace-Jacke stricken, alles andere wird eine Überraschung. Ich habe mir das von Birgit empfohlene Original-Garn spendiert und bin schon sehr gespannt.

Vierer-Blöckchen trimmen

Vierer-Blöckchen trimmen

Vierer-Blöcke sind allein schon schön und lassen sich vielfältig einsetzen. Häufig entstehen sie aber auch beim Nähen großer Blöcke, die man in Segmente aufteilt. Die werden erst getrimmt und dann weiter zusammengesetzt. Nur so ist gewährleistet, dass am Ende der ganze Block passt.

Das Vierer-Segment richte ich an der diagonalen Markierung meiner Schneidematte aus, dieser Schritt ist im Beitragsbild zu sehen.

Zum Einsatz kommt mein 15×15 cm großes Schneidelineal.

Zuerst wird gerechnet: Fertige Größe 10 x 10 cm = Zuschnitt 11,5 x 11,5 cm. Die 11,5 cm muss ich jetzt durch 2 teilen, ergibt 6,75 cm.

Nun kann ich das Lineal sauber ausrichten. Bei diesem diagonal geteilten Block wird die diagonale Linie auf dem Lineal an der Nahtlinie im Block ausgerichtet. Damit die Mitte nachher auch wirklich die Mitte ist, muss die  6,75 cm-Markierung mitten auf dem Lineal an den Mittelpunkt des Blocks angelegt werden.

Das blanke Lineal spieglt leider etwas, aber ich denke, es ist zu erkennen. Zuerst die rechte und obere Seite gegradigen. Danach den Block drehen. An die bereits begradigten Kanten kann man jetzt die beiden 11,5-cm Linien vom Lineal anlegen und die dritte und vierte Seite schneiden. Fertig ist das saubere 4er-Blöckchen.

Wenn der Vierer-Block waagerecht/senkrecht geteilt ist, wird die diagonale Markierung des Lineals auch durch den Mittelpunkt geführt. Das Ausrichten erfolgt aber an den waagerechten und senkrechten Nahtlinien, die bei 6,75 cm angelegt werden müssen.

 

Geometrische Blöcke passgenau zusammennähen

Geometrische Blöcke passgenau zusammennähen

Große geometrische Blöcke, wie z.B. Sterne, setzt man sektionsweise zusammen. Bei den zu verbindenden Einzelteilen muss man darauf achten, dass an den Teilen die Nahtzugaben einmal nach links und einmal nach rechts gelegt werden. Aus diesem Grund wird häufig empfohlen, die Nahtzugaben nicht nach jeder Naht zu bügeln, denn dann kann man sie bei Bedarf noch umlegen.

Auf dem Beitragsbild habe ich versucht, diesem Schritt zu fotografieren.

Wenn man einen großen Block gedanklich zerlegt, landet man z.B. bei einem Nine-Patch. Im folgenden Foto ist zu erkennen, wie sich bei einem solchen Nine-Patch auch die letzte Naht einfach legt, in dem die Nahtkanten ineinanderrutschen. Diese Stellen muss man beim Legen ertasten und danach mit Stecknadeln sichern, damit sie nicht wieder verrutschen.

Binding genau anpassen

Binding genau anpassen

Genau in die Mitte der vier Seiten sollten die Streifenstoffe. Mein erster Gedanke war, wie soll ich das denn hinkriegen. Aber dann war es nach ein bisschen Überlegen kein Problem mehr.

Auf einer Skizze habe ich die genaue Position eingetragen und konnte dann die Länge der einzelnen Streifen in rot und gestreift ausrechnen. Die Nahtzugabe addieren, die Streifen zuschneiden und in der richtigne Reihenfolge zusammennähen. Das habe ich absichtlich gerade und nicht schräg gemacht, obwohl es dann an diesen Stellen etwas mehr Stofflagen werden.

Zum ersten Mal habe ich den Binding-Streifen auch gleich zum Ring geschlossen. Diesen konnte ich auf dem Quilt verteilen und direkt überprüfen, ob ich alles richtig ausgemessen hatte.

Das funktioniert, weil die Außenkanten des Quilts genauso lang sind, wie der geschlossene Bindingstreifen. In den Ecken geht kein Stoff verloren.