Schlagwort: Reste-Streifen

Spendenquilt 8

Spendenquilt 8

Nachdem ich das Faltendilemma beseitigt hatte, habe ich überstehendes Material von Füllung und Rückseite zurückgeschnitten und die offenen Kanten mit Zickzackstich versäubert. Das mache ich nur selten, aber hier war es notwendig, weil das Innenleben sofort aus der aufgeschnittenen Bettdecke fliehen wollte. Kurz habe ich überlegt, dass dieser Arbeitsschritt mit einer Overlock-Maschine einfacher und schneller gegangen wäre. Aber noch eine Maschine hinstellen – eher nicht.

Aus den Stoffen, die schon im Top den Rahmen gebildet haben, soll nun auch das Binding werden. Damit ich es komplett mit der Maschine annähen kann, habe ich mich für SuesMagicBinding entschieden. Dafür habe ich zuerst zwei Streifen á fünf Meter zusammengesetzt, die ich dann aneinander genäht habe.

Die bisher beschriebenen Schritte sind im Beitragsbild zu erkennen. Nun habe ich mir eine kleine Pause verdient, dauert auch keine zwei Jahre – grins.

Da bin ich schon wieder. Das Binding wird zuerst auf der Rückseite angenäht, dabei wird es auch geschlossen. Anschließend wird es auf die Vorderseite umgeschlagen und dort in dem schmalen Streifen mit der Nähmaschine festgesteppt. Fertig!

Die Decke hat es sich auf der Gartenbank gemütlich gemacht. Sie ist ca. 100 x 150 cm groß und komplett mit der Nähmaschine genäht. Jeder Quilt braucht einen Namen, „Streifen im Quadrat“ habe ich ihn genannt.

Tannenbaum-Decke 2

Tannenbaum-Decke 2

ja, das sieht gut aus, so mache ich weiter!

Zuvor ein kurzer Blick zurück. Die fertigen Maverick Stars sollen in den äußeren Bereich der Decke, die möchte ich auf jeden Fall noch sehen können, wenn der Tannenbaum darauf steht. Also brauche ich jetzt eine Mitte, 60 x 60 cm groß.

Zu den unregelmäßigen Maverick Stars gibt es eine „ordentliche“ Vorlage, das ist der Sägezahn-Stern, englisch Sawtooth Star. Dessen acht Zacken kann man aus geteilten Dreiecken nähen. Geteilte Dreiecke aus Streifen, wie kriege ich das hin? Meine erste Idee waren zweifarbige LogCabin Blöcke. Aber damit die ordentliche Dreiecke werden, brauche ich gleichmäßig breite Stoffstreifen. Die hab ich nicht, was nun? Frauen, die sehr viel aus Resten nähen, haben im Internet mal gezeigt, dass sie Streifen diagonal auf Papier nähen, begradigen und die Blöcke zusammensetzen. Das versuche ich gleich mal.

Zuerst habe ich mir Papierschablonen zugeschnitten, mit 18×18 cm etwas größer, dann habe ich Reserve zum genauen Trimmen. Die Schablone habe ich diagonal mittig gefaltet, damit ich weiß, wo ungefähr ich die ersten Streifen anlegen muss.

Auf die Papierschablone nähe ich nun solange Streifen, bis sie bedeckt ist. Dabei zeigt sie mir genau, wie lang die Streifen sein müssen und die Breite spielt keine Rolle. Nur bei den letzten Streifen an der Spitze muss ich ein wenig aufpassen, die dürfen nicht zu schmal werden, sonst gibt es an der Spitze später Nahtzugaben-Berge.

Da ich die Schablone ja ein wenig größer zugeschnitten habe, stören die kleinen unbedeckten Stellen nicht, ich muss nur beim Zuschneiden genau hinschauen, damit sie verschwinden. Dafür benutze ich das große Quadrat-Lineal, denn dann habe ich den ganzen Block im Blick.

Die 45-Grad-Linie liegt genau auf der ersten Naht, die Spitze richte ich oben rechts aus und schaue, dass auch unten links an der 16,5 cm Linie überall Stoff ist. Dann beherzt den Rollschneider ansetzen, den mit der „Papier-Klinge“, denn ich habe ja die Schablone drunter. Nun den Block umdrehen und die anderen beiden Seiten trimmen.

Nähen auf Papier ist leider materialintensiv und nein, ich werde die Reste der Reste nicht mehr aufbewahren. Zusammen mit den herausgefummelten Papierstreifen von der Rückseite trennen sich unsere Wege.

Vor mir liegt jetzt eine Fleißaufgabe, 16 Blöcke in verschiedenen Farbaufteilungen benötige ich für den Sawtooth Star, ich gehe mal wieder an die Nähmaschine zu meinen Stoffstreifen.