Kategorie: Patchwork

Afrika 1

Afrika 1

Unter der Überschrift „Afrika, Afrika“ habe ich vor sechs Jahren die Stoffe gezeigt, die ich aus einem sehr beeindruckenden Südafrika-Urlaub mitgebracht hatte. Bis heute ist daraus nichts geworden, weil ich keine zündende Idee hatte. Die Stoffe haben sich aber inzwischen vermehrt und deswegen gibt es oben im Beitragsbild außer den von mir mitgebrachten (links) eine Geschenkpackung, die unvollständig bei mir angekommen ist, mit Fell- und Landschaftmustern und ein größeres Stück (Mitte oben) „afrikanischen Stoff“.

Den „afrikanischen Stoff“ habe ich auf einer Veranstaltung ersteigert und weiß deswegen nicht sicher, um was es sich handelt. Aber er erinnert mich sehr an einen, den ich mal bei Meike von Morenhofen erstanden habe. Und die lässt Stoffe in Afrika herstellen, also sollte dieser wahrscheinlich einzige, wirkliche Afrika-Stoff gerne mit in das Projekt. Davon musste ich mich aber schweren Herzens doch verabschieden, er passt wegen seiner Textur, er ist etwas wächsern, nicht zu den anderen.

Mit den übrigen haben mein Mann und ich nun gespielt, zusammengelegt, wieder weggelegt und doch wieder hingelegt. Parallel haben wir Bücher und Gildezeitschriften gewälzt, um am Ende eine Idee aus einer Gildezeitschrift von 2015 zugrunde zu legen. Aus den Motiv-Stoffen sollen 6 Blöcke entstehen, die ich auf das große Stück Stoff mit dem Verlaufsmuster applizieren will.

Endlich ist eine Idee da, die sich gut umsetzen lässt und ich bin echt froh. Nun muss ich den Block nur noch zeichnen und die genauen Zuschnittmaße ausrechnen, aber das kann nicht mehr so schwer sein.

Atarashii

Atarashii

ist eine japanische Falttechnik, bei der Stoffe um eine Einlage gefaltet und gesteppt werden. Aus diesen Elementen werden dann Projekte.

Ich wollte kleine Deckchen mit der Hand nähen und entsann mich dieser Technik. War wirklich lange her. Aber im Regal stehen zwei Bücher von Ranghild Graßhoff zum Thema Atarashii Patchwork. Schnell war mir klar, dass ich 60-Grad-Dreiecke zu Hexagons vernähen wollte. Das ist die Variante „Vom Kreis zum Dreieck“, die Ranghild Graßhoff in Band II ausführlich bescheibt und dankenswerter Weise auch die Schablonen zur Verfügung stellt.

Aus dem Stoff werden Kreise mit Nahtzugabe zugeschnitten. Sehr hilfreich ist hierfür ein Kreisschneider. Aus dem Vlies werden die Dreiecke in der endgültigen Größe zugeschnitten. Die Stoffe werden um die Kreis-Papp-Schablone gekräuselt und gebügelt. Anschließend wird die Schablone herausgefummelt und die fertigen Stoff-Kreise um die Dreieck-Papp-Schablone gebügelt. Die Papp-Schablone wird durch das Vlies-Dreieck ersetzt und der Stoff wieder sorgfältig drumherum gelegt und mit Klammern fixiert. Am schönsten sieht es aus, wenn man alle Dreiecke in der gleichen Richtung einschlägt. Wie ich wohl daruf komme – grins.

Jetzt geht es ans Nähen. Zuerst werden die umgeklappten Stoffe gesteppt, anschließend jeweils sechs Dreiecke zu einem Hexagon zusammengenäht. Fertig sind kleine Deckchen, diese haben ca. 20 cmim Durchmesser.

Und wieder ist ein Mitgebringsel fertig…. Aber Batik-Stoffe will ich nicht mehr mit der Hand nähen, das war leider sehr anstrengend.

Tischläufer Dänemark

Tischläufer Dänemark

Bei der Herstellung der dänischen Landschaft gab es viele Rest-Dreiecke. Einige waren zu knapp geschnitten, einige andere waren „falsch rum“. Um sie nun gar nicht erst in die Resteboxen einzusortieren, habe ich sie mir gleich vorgenommen und grob sortiert. Da könnte doch was draus werden.

Im ersten Schritt habe ich je zwei geometrisch passende zusammen genäht und mich gewundert, wie unterschiedlich die Fertigmaße geworden sind. Okay, ist eine Resteverarbeitung und da muss eben improvisiert werden. Also zweiter Schritt, immer zwei Pärchen zusammen nähen. Von diesen Einheiten habe ich ja schon ein paar fertige vorliegen, die ich beim Leuchtturmprojekt abgetrennt hatte. Die habe ich alle an die Wand gehängt.

Das sieht doch schon mal ganz gut aus. Die Länge ist auch okay, aber es ist zu schmal für einen Tischläufer. Da eine Farbe sowieso fehlt, habe ich die grünen Stoffe rausgeholt und Rechtecke eingefügt. Nun sieht es so aus.

Für die Rückseite habe ich einen „Dünengras-Stoff“ verwendet, Polyester-Vlies bildet die Füllung. Gequiltet habe ich mit der Nähmaschine im Nahtschatten der senkrechten Nähte und diagonal über die Blöcke, die sich durch die grünen Felder ergeben.

Drumherum ein klassisches Binding in grün und fertig ist mein Tischläufer Dänemark. Er ist ca. 25 x 75 cm groß.

Dänemark 9

Dänemark 9

Es ist vollbracht, hurra. Und meinem Mann fiel ein toller Name ein.

Aber der Reihe nach. Gequiltet habe diesen Wandbehang mit der Nähmaschine. Die beiden Außenseiten habe ich unterschiedlich eng nebeneinander mit Linien gesteppt. Den „Bilderrahmen“, also die weißen Streifen und den Leuchturm selber habe ich mit dem Schmalkantenfuß knapp neben der Naht gequiltet. Zuletzt habe ich die applizierten Fensteröffnungen einmal rundrum gesteppt.

Für das Binding habe ich einen Streifen rot erst zusammen und anschließend angenäht, die letzte Naht auf der Rückseite habe ich mit der Hand geschlossen und dabei die Aufhängung eingearbeitet. Fertig!

Der Wandbehang ist ca. 60 x 70 cm groß geworden und sein Name lautet: Der verrückte Leuchtturm. Warum? Weil der Leuchtturm Rubjerg Knude (den ich fotografiert und nachgearbeitet habe) nördlich von Löcken vor ein par Jahren tatsächlich verrückt wurde. Im Laufe der Zeit wurde soviel Material von der Steilküste abgetragen, dass sie ihm gefährlich nahe kam. Beherztes Eingreifen vermied den Absturz, indem der Turm in einer spektakulären Aktion ca. 100 Meter weit zurückgezogen wurde. Nun können wir ihn hoffentlich noch viele Jahre besuchen.

Zwei Jahre hat mich das Projekt in der Werkstatt begleitet, in Gedanken noch viel länger. Ich bin froh, dass es nun beendet ist und wende mich neuen zu.

Dänemark 8

Dänemark 8

Nach langer Zeit melde ich mich mal wieder. Inzwischen habe ich viel gelesen, Urlaub gemacht und Nordlichter geguckt, aber gehandarbeitet habe ich nicht. Deswegen ging es hier auch nicht weiter. Aber damit ist nun Schluss.

Zur Erinnerung die ersten beiden Fotos. Oben die Kuppel des Turms, inzwischen mit den eingestickten Details. Und hier die Version des Tops, die ich eigentlich als endgültig vorgestellt hatte.

Aber irgend etwas störte mich. Wochenlang bin ich immer mal wieder hingegangen und habe es mir angeschaut, es wurde nicht besser. Zuviel Dünen? Falsche Perspektive? Keine Nordsee? Keine Idee, kein Plan, einfach abwarten.

Und dann habe ich den Hintergrund in Streifen getrennt und mit denen alles mögliche ausprobiert. Am Ende kam das dabei heraus.

Die Nordsee ist dabei und die Steilküste und auch ein paar Dünen, jetzt bin ich zufrieden. Leider ist von meinem in mühseliger Arbeit entstandenem Hintergrund fast nichts mehr zu sehen, aber er umarmt den schönen Leuchtturm und stärkt ihm den Rücken.

Vorder- und Rückseite sehen nun so aus.

Alle Teile sind zusammengenäht und werden nicht mehr verändert. Ich glaube, es gab noch nie ein Projekt, bei dem ich soviel getrennt, neu genäht und am Ende sogar (weg)geschnitten habe. Der Leuchtturm hat seine Alleinstellung erkämpft und behauptet und ich bin damit ziemlich glücklich.

Fest vorgenommen habe ich mir, mit der Fertigstellung gleich weiter zu machen.

Dänemark 7

Dänemark 7

Tischlerarbeiten an DER zentralen Stelle im Haus bescherten mir zwei weitere Nähtage – man will die Handwerker ja nicht stören, grins.

Zeit für mich und meinen Leuchtturm. Die kniffligen Stellen an der Brüstung oben habe ich am Ende nur unter Zuhilfenahme des Bügeleisens einpassen können. An solchen Stellen wird mir immer wieder bewusst, dass drei Ausbildungsjahre wohl doch ihren Sinn haben und mir eben viele Tricks und Kniffe aus der Schneiderei unbekannt sind. Aber wie lautet einer unserer liebsten Sprüche? Das kriegst du noch beim Quilten hin.

Damit die Kuppel dreidimensional erscheint, habe ich versucht, außer den senkrechten Streben auch die waagerechten Ringe aufzusticken und sogar für die hinten im Schatten liegenden Rundungen einen dunkleren Faden benutzt. Die Scheiben, die früher die Optik geschützt haben, sind schon lange nicht mehr vorhanden, also freier Blick auf den Himmel und den Spiegel, der die Technik ersetzt hat.

Der Teil mit dem Leuchtturm ist am Ende kürzer als geplant und der Stoff für den Himmel restlos aufgebraucht. Das graue Fundament möchte ich nicht erhöhen. Was nun?

Ich könnte an den Landsschaftsteilen unten etwas kürzen und mache nur je einen Trennstreifen zwischen Turm und Landschaft. Oder ich mache um den Leuchtturm einen ganzen Bilderrahmen und erreiche damit die gleiche Länge.

Und dann musste ich noch etwas entscheiden. Sollen die Trennstreifen in weiß, so ein bisschen wie ein Bilderrahmen werden? Oder lieber in einem orangegelb, ein bisschen Sonne oder Licht vom Leuchtturm?

Ich freue mich erst einmal, dass der Leuchtturm fertig ist und mache ein wenig kreative Pause.

Dänemark 6

Dänemark 6

Nachdem ich in der Theorie fertig war und auch schon einen Papier-Leuchtturm gezeichnet hatte, haben mich nun ein paar Nähtage ein ganzes Stück voran gebracht.

Vorlage für meinen Leuchtturm ist ein Urlaubsfoto vom Rubjerg Knude Fyr nördlich von Lökken an der Jammerbucht in Dänemark. In diesem Jahr ist es 40 Jahre her, dass ich ihn zum ersten Mal gesehen habe. Damals standen noch die Häuser drumherum, es gab ein Museum und ein Café und der Sand der Wanderdüne konnte noch weggeschaufelt werden. Inzwischen sind die Häuser nicht nur aufgegeben, sondern von der Düne begraben und zerstört worden. Der Turm ist erhalten geblieben und wurde vor ein paar Jahren in einer spektakulären Aktion um etliche Meter ins Land zurückgezogen, damit er nicht ins Meer stürzt.

Mein Urlaubsfoto musste ich mehrfach vergrößern und konnte mit meinen Hausmitteln jeweils nur den oberen Teil ausdrucken. Darin stecken dann auch die Details. Den Rest des eher schlichten Turms habe ich selber gezeichnet und den Entwurf schon mal auf den Hintergrund gesteckt – zu sehen oben im Beitragsbild. Rechts im Bild ist auch schon die erste Stoffauswahl zu sehen.

Aus dem Entwurf habe ich mir zuerst ein Schnittmuster gebastelt. Dafür habe ich die Teile durchgepaust, mit Nahtzugaben versehen, ausgeschnitten, auf den Stoff gesteckt und den zugeschnitten. Der gemauerte Teil des Turmes war zügig zusammengenäht. Die Kuppel war deutlich schwieriger, das habe ich mit der Nähen-auf-Papier-Methode gelöst. An Ende des zweiten Tages sah es dann so aus.

Das ging so nicht, das war viel zu unruhig. Im ersten Schritt sollte der Turm deswegen seinen eigenen, optisch richtigen Hintergrund gekommen. Damit war er dann aber breiter als ursprünglich geplant und applizieren ging auch nicht mehr. Also musste der Turm komplett in das Top eingearbeitet werden und den alten Hintergrund teilweise ersetzen.

Meine erste Idee war, wenigstens das Meer und die Steilküste zu erhalten und daraus eine Collage zu machen.

Das kommt immer noch nicht so gut, warum? Ist mit dem Blau der Nordsee zu viel Farbe drin? Muss ich dann doch darauf und damit auf den Blick von Lökken verzichten? Versuch macht klug.

Dann wandere ich eben durch die Dünen zum Turm und erst, wenn ich ihn erreicht habe, sehe ich auch das Wasser.

Nun hat der Quilt eine neue Geschichte und ich zwei Teile Hintergrund über. Vielleicht wird daraus die Rückseite und ich hätte einen Wendequilt. Aber nun muss ich erstmal den Hintergrund um den Leuchttrum nähen, das wird eine Herausforderung.

Weihnachts-Octagon 3

Weihnachts-Octagon 3

Weihnachten war das Octagon an diesem Punkt angekommen und durfte sich ein wenig ausruhen. Aber dann habe ich den Schwung ins neue Jahr ausgenutzt und gleich daran weitergearbeitet.

Es ist mein erstes EPP-Stück in dieser Größe und mit so vielen Teilen. Ich bin über die Abweichungen sehr erstaunt, hatte ich mich doch um saubere Arbeit bemüht. Der äußere Rand war nur mit größter Mühe zu überreden, sich doch bitte in das Gesamtwerk einzufügen. Eine Abweichung von 1 cm musste ich ausgleichen. Deswegen war das Top am Ende ziemlich wellig und musste mit dem Bügeleisen in Form gebracht werden.

Dabei ging es nicht nur um die Wellen, sondern auch um die vielen dicken Nahtzugaben. Es kam nun zum ersten Mal ein Werkzeug zum Einsatz, dass mir vor einiger Zeit geschenkt worden war. Es handelt sich um einen Schneider-Klöppel, englisch Taylors Clapper. Das ist ein sorgfältig hergestelltes Stück Holz, das man sofort nach dem Bügeln mit Dampf auf die Nähte legt. Die werden daraufhin superflach. Das war beeindruckend und sehr hilfreich, denn die Nahtzugaben waren haushoch.

Ein Rückseitenstoffe war schnell gefunden und mit einem dünnen Vlies versehen. Nun konnte ich das Sandwich zusammenstecken.

Zusammennähen, zurückschneiden, wenden, ausarbeiten, Wendeöffnung verschließen und ein letztes Mal sorgfältig bügeln. Das sah schon ganz gut aus.

Mit ca. 45 cm Durchmesser kommt das Deckchen aber nicht ohne Quilting aus. Deswegen habe ich den mittleren Stern und den äußeren Rand jeweils knapp neben der Naht mit Handstichen gesteppt.

Wie schön, dass Weihnachten jedes Jahr wieder kommt, am 1. Dezember ist 1. Advent!

Weihnachts-Octagon 2

Weihnachts-Octagon 2

Nikolaustag und noch kein Ende in Sicht, ob ich das Deckchen bis Weihnachten fertigstellen kann?

Immerhin wird es nur ca. 45 cm im Durchmesser groß, quilten muss also nicht unbedingt sein – wobei, schöner wäre es natürlich. Mal sehen….

Alle inneren Teile habe ich geheftet und arbeite mich nur segmentweise voran.

Das ist der Stand heute. Es folgen noch drei „Ecken“, dann füge ich alle Segmente zusammen. Darum herum ist ein roter Rand vorgesehen. Die Teile muss ich erst noch heften, bevor ich auch sie annähen kann.

Und dann nur noch verstürzen, wenden, quilten…. Es wird knapp. Und dabei habe ich so früh damit angefangen.

Dänemark 5

Dänemark 5

Im letzten Beitrag zu diesem Projekt habe ich überlegt, ob ich in der ersten Reihe die Blöcke versetzen sollte. Wie jetzt oben zu sehen, habe ich darauf verzichtet. Mit einem kleinen Kunstgriff, nämlich dem Teilen des unteren Dreiecks im linken Block, habe ich die scharfe Kante am oberen Ende der Steilküste vermieden. Es sieht fast natürlich aus und alles andere ist künstlerische Freiheit.

Alle 16 Blöcke sind jetzt fertig. Es ist wirklich immer der gleiche, mal waagerecht, mal senkrecht und manches Mal auch gedreht. Und nein, ich habe keine Tannenbäume genäht!

Da ich ja weiß, was es darstellen soll, finde ich, man kann es erkennen. Aber es ist wie immer, ich bevorzuge kräftige Farben und wahrscheinlich sind zehn Dreiecke im Block zu viel. Auf jeden Fall ist der Hintergrund jetzt zu kräftig. Daher werde ich meine ursprüngliche Idee, in diesen Hintergrund „Bilder“ von den Sehenwürdigkeiten einzubauen, verwerfen müssen, es wird viel zu unruhig.

Meine neue Idee ist, DAS Highlight in groß in den Vordergrund zu stellen. Gerade sucht eine Shopbesitzerin Stoffe aus, ich bin sehr gespannt.