Dieses Projekt kann und muss ich jetzt beiseite legen.
Der erste Ärmel ist gestrickt. Lange habe ich hin und her überlegt, ob ich der Originalanleitung folge und nur noch ein Bündchen anstricke, Kurze Ärmel stricke oder – und das ist es jetzt geworden – 3/4 Ärmel. Dafür sprachen zwei Argumente, denn erstens ist der Pulli ziemlich dick und deswegen für den Hochsommer ungeeignet. Darum passen 3/4-Ärmel für den Übergang gut. Und zweitens ist das Garn dann nahezu aufgebraucht und es liegen keine Reste rum.
Ausnahmsweise gibt es mal ein Tragefoto und in meiner Hand ist der Rest des vorletzten Knäuls zu sehen.
Der zweite Ärmel muss noch warten, denn drei Strickprojekte gleichzeitig – das ist selbst mir zuviel.
Drei? Ja. Es läuft ja noch der Streifen – Pullover, den ich gleichzeitg mit meinen Freundinnen stricken will. Und dann, ganz neu und noch gar nicht angeschlagen, darf ich eine Babydecke stricken, aber dazu später mehr.
Als ich eine Freundin in unsere Bücherei begleitete, fiel mein Blick auf das Regal mit den Neuzugängen. Ein Strickbuch, das musste ich mir anschauen und war so begeistert, dass ich es mir direkt im Buchladen bestellte.
AUS 1 MACH VIELE ist der Titel, der ziemlich gut beschreibt, was Silvia Jäger da für uns gemacht hat. Sie hat eine Basisanleitung für das Pulloverstricken in der Technik RVO – Raglan Von Oben erstellt und liefert das Handwerkszeug für die Anpassung auf die eigene Figur mit. Darüber hinaus hat sie noch einige fertige Modelle entworfen, bei denen genau erklärt ist, wie sie zu den Angaben gekommen ist. Vielen Dank! So etwas fehlte mir und ich freue mich sehr, es nun gefunden zu haben.
Das Garn habe ich wieder bei soul-wool.com bestellt, „gossypium Cotton“ aus 100% Baumwolle von erika knight, 10 Knäule – ob das reicht? Ich starte mit dem Basis-Shirt und nachdem die Maschenprobe nahezu perfekt passt, auch ohne Umrechnungen einfach so, wie es vorgegeben ist. Okay, ein bischen unübersichtlich ist es schon, weil erstens alle Angaben für 4 Konfektionsgrößen da sind und man aufpassen muss, die richtigen zu erwischen. Und zweitens, weil vor der Ausführung der einzelnen Schritte jeweils ein Absatz Anpassung und Berechnung eingefügt ist, wieder für alle Größen. Aber ich wollte es ja verstehen und dafür sind diese Absätze Gold wert. Und deswegen habe ich einfach entschieden, dass ich mir für mich einen Zettel mit meinen Angaben für dieses Projekt schreibe – auch kein Problem.
Los geht es mit der Ausschnittblende am Hals – wie immer bei Raglan von Oben. Aber gleich danach gibt es etwas für mich Neues. Zwischen Blende und Raglanpasse wird ein Halbmond eingefügt. Der sorgt dafür, dass das Rückenteil etwas höher wird und dadurch besser sitzt. Und ich sehe immer, wo vorne ist – grins. Im Beitragsbild oben ist der Anfang meines neuen Shirts zu sehen, deutlich ist das verlängerte Rückenteil zu erkennen.
Inzwischen ist die Passe beendet, bei fast 400 Maschen in den letzten Runden hatte ich Befürchtungen, dass sie nie enden würde. Nach der Passe werden die Maschen für die Ärmel auf jeweils einer Rundnadel, oder nur dem Seil, stillgelegt und der Rumpf weiter in Runden gestrickt. Und nun war ich neugierig. Wie lange brauche ich für 1 Runde, ca. 230 Maschen glatt rechts? 8,5 Minuten. Was ich mit dem Wissen jetzt mache? Weiß ich nicht, könnte ja mal ausrechnen, wie lange ich an diesem Pulli stricke. Ne, ich stricke lieber weiter.
Spannend ist ja noch die Frage, ob das Garn reicht. Also habe ich mich sehr beeilt, das erste Knäul am Rumpf zu Ende zu stricken, damit ich den restlichen Verbrauch schätzen kann. Also mit einem Knäul schaffe ich 8 cm Länge. 31 cm Länge soll ich stricken, also brauche ich noch 3, bleiben 2 für die beiden Ärmel – reicht!
Fertig! Eineinhalb Jahre und nur 10 Beiträge, weil es so langsam voranging, aber nun bin ich wirklich fertig. Nur brauche ich gerade keine Jacke, aber ich bin vorbereitet.
Auch am Ende gab es noch die eine oder andere Herausforderung. Und eben erst auf dem Foto habe noch etwas entdeckt…. Aber der Reihe nach. Die Blenden an den Vorderteilen habe ich angestrickt, gemäß Anleitung in breiten Rippen. Dabei musste ich die Knopflöcher einarbeiten und hatte mich für 5 Maschen in der Breite entschieden. Mit meiner Abkettreihe bin ich schon länger nicht mehr einverstanden und habe auch bei diesem Projekt abgehäkelt. Es wellte sich leicht, aber ich habe mich dann erstmal der Ausschnittkante gewidmet. Es waren nur vier Reihen, aber die hatten es nach der Anleitung in sich. Aber die knappe Kante gefällt mir sehr gut, besser als Rippen.
Jetzt sind die Knöpfe dran. Den Abstand habe ich an den Maschen ausgezählt, die Punkte markiert und die Knöpfe festgenäht, mit Nähgarn, weil das Strickgarn für die Löcher in den Knöpfen zu dick ist. Und was passiert? Die Knopflöcher sind zu weit – natürlich. Ein weiterer Griff zur Häkelnadel und um alle Knopflöcher einmal Kettmaschen drum herum gehäkelt, nun halten die Knöpfe. Und weil ich grad dabei bin, habe ich auch noch je einmal Krebsmaschen an die Blendenkanten gehäkelt, die haben jetzt mehr Stabilität.
Aufatmend habe ich das Projekt beendet und bin zur Fotosession geschritten.
Und das kommt dabei heraus, wenn man die Maschen für die Blenden ungleichmäßig aufnimmt – dann stimmt der Abstand mit der immer gleichen Maschenzahl, aber die Streifen passen nicht, das ist mir eben beim Bearbeiten des Fotos erst aufgefallen. Da werde ich in einer ruhigen Minute wohl noch nacharbeiten, aber nicht jetzt.
Zum Abschluss fasse ich hier die Details zu dieser Jacke zusammen. Gestrickt habe ich eine Variante des Modells „Drachenfest“ aus dem Buch „Die Farben des Nordens“ von Jutta Bücker. Die Garne habe ich bei soul-wool.com gekauft, Grün ist von Karen Noe, „Rustic Nature“, eine Mischung aus Silk + Cotton und Gold ist von BC Garn, „Lino“ 100% Leinen.
Und natürlich kann ich es nicht lassen und haben schon für ein neues Projekt zusammengepackt…
Gerade rechtzeitig zum Sommeranfang habe ich ein paar Socken fertig, aber der nächste Winter kommt bestimmt.
Da ich mit der Strickjacke nicht so recht weiterkam und einfach mal ein schnelles Projekt dazwischen schieben wollte, habe ich die Sockenwolle rausgeholt. Das Knäul habe ich vor einigerZeit bei soul-wool.com erstanden. Verantwortlich für das Design sind Arne&Carlos, zwei Designer, von denen ich vor Jahren schon einmal ein paar Socken gestrickt habe.
Diese Färbung nennt sich Frost Night und gefällt mir sehr gut. Am Bündchen angeschlagen, um die Ecke mit der Jo-Jo-Ferse und eine rundgestrickte Spitze, zwei Fäden vernähen – und fertig – so einfach darf es auch mal sein!
Nun aber zurück zur Strickjacke, die soll in diesem Sommer endlich zum Einsatz kommen.Und außerdem juckt es mir in den Fingern, einen neuen Pulli anzufangen, so schönes Garn…..
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