
Die PP-Vorlage für das Peace-Zeichen gibt es bei Regina Grewe.

Die PP-Vorlage für das Peace-Zeichen gibt es bei Regina Grewe.

Neue Stoffe braucht der Mensch. Jedenfalls ich, denn ich musste mich für meine Resteverwertung der letzten Zeit belohnen. Also habe ich mich mit einer Projektidee im Kopf von Claudia Itzwerth aus dem Laridae-Quiltingshop beraten lassen. Herausgekommen sind die schönen Stoffe von Artgalleryfabrics.
Kreative Köpfe nehmen sich immer mal wieder traditionelle Patchworkblöcke vor und interpretieren sie neu, wandeln sie ab, gestalten sie moderner. Vor vier bis fünf Jahren war Dresden Plate, der Dresdener Teller dran. Ursprünglich sieht der Block wie eine Torte auf der Tortenplatte aus, wahlweise mit runden oder geraden Enden. Genäht hatte ich ihn noch nie. Nun waren ein paar Tage zum Nähen frei und ich machte mich an die Variante mit dem Namen Dresden Neighbourhood.
Diese Nachbarschaft besteht aus 20 Häusern, die im Kreis um einen kleinen Platz stehen. Dafür gibt es ein Schablonenset zu kaufen. Damit schneidet man die Häuser und den Mittelkreis zu. Vorher muss man sich aber für eine Reihenfolge der Farben entscheiden. Die Basis hatten wir schon beim Stoffkauf gelegt. Zuhause habe ich die Webkanten großzügig abgeschnitten und an die Designwall gehängt. Ein bisschen habe ich umsortiert, Fotos gemacht und die letzte Variante sogar in schwarz/weiß umgewandelt, um die Verteilung der Helligkeit besser beurteilen zu können. So soll es werden.

Mit Hilfe der Schablone habe ich anschließend die Häuser ausgeschnitten und wieder zum Kreis gelegt. Damit das Bild lebendiger wird, sollen die Häuser unterschiedlich hoch werden. Deswegen habe ich jedes zweite am oberen Ende eingekürzt. Da ich gerne einen hellen Wandbehang machen möchte, habe ich die dunkleren Stoffe gekürzt. Auch diesen Effekt konnte ich mit den Webkanten-Abschnitten vorher ausprobieren.

Die Tortenstücke, ganz ohne Kalorien, werden zusammengenäht und ausgebügelt.

Der Kreis wird anschließend auf dem Hintergrund fixiert und dann geht es an das Ausschmücken.

Natürlich habe ich oben rechts weitergemacht. Auch diese Fläche ist sehr groß und ich musste überlegen, wie ich sie mit meinen Garn-Restmengen ausfülle. Dieses Mal habe ich mich für gleichmäßig breite Streifen aus verschiedenen Grüntönen entschieden.
Die Blümchen bleiben vorerst frei, aus Ausfüllen der verschiedenen Stoffe wird später eine Fleißaufgabe.
Inzwischen habe ich an der rechten Seite die breiteste Stelle passiert und meine Reihen werden wieder kürzer.

Besondere Herausforderung ist jetzt, dass der Stoff an einer anderen Stelle ein zweites Mal verwendet wird. Und da soll ja meine Variante passen. Oder soll ich ihn an der Stelle, die sehr viel kleiner ist, im Original zu sticken?
Langsam, aber stetig arbeite ich auch an meinem Dreiecktuch weiter. Kraus rechts ist so langweilig, eigentlich die richtige Beschäftigung beim gemütlichen Fernsehabend. Ich könnte das sogar blind stricken. Das heißt, dass ich nicht hingucke, was meine Hände machen.
Aber mein Problem ist das Garn, eine wunderschöne Qualität, überhaupt keine Frage. Aber es handelt sich um gefachtes Garn, d.h. die 6 Fäden, aus denen es besteht, sind nicht verzwirnt. Sie laufen nebeneinander her, so in der Art wie man es auch von dem Baumwollgarn kennt, aus denen Topflappen gehäkelt werden. Und wenn ich das dann blind stricke, besteht die Gefahr, dass ich ab und zu nur 4 oder 5 Fäden erwische. Dann fällt der Rest „runter“ und das sieht man hinterher im Maschenbild. Also für mich keine Alternative, ich gucke hin und passe auf, dass alle Fäden mitkommen.
Inzwischen habe ich ein Viertel des Garns verstrickt und der gelb/grüne Frosch musste einen Faden an den jeansblauen Denim abgeben. Der erste blaue ist also angefügt und die Farbe ändert sich jetzt deutlich. Da habe ich doch glatt mal eben schnell bei Sonnenschein ein Foto gemacht.

Also auch hier geht es weiter.

Von der Idee, die Steine rund um den großen Felsen aufzusticken, habe ich mich verabschiedet. Stattdessen habe ich ein paar graue und braune Stoffreste auf Vlisofix gebügelt und Steine ausgeschnitten. Die habe ich immer gleich zur Probe ausgelegt und solange nachgeschnitten, bis die gestickten Linien versteckt waren. Mit dem Foto zu diesem Arbeitsschritt sind wir gestartet.
Bei der Gestaltung arbeite ich mich von hinten nach vorne, damit die Dinge im Vordergrund nicht aus Versehen durch Quiltlinien oder anderes verdeckt werden. Nun muss ich aber vorgreifen, denn ich will dem Wasser noch Wellenlinien geben und die Steine darauf positionieren. Also zuerst an die Nähmaschine gehen und mit dunkelblauem Garn das Wasser quilten.
Danach habe ich die zweite Papierschicht vom Vlisofix entfernt und die Steine wieder ausgelegt. Noch ein bisschen hin und her geschoben, aber irgendwann muss man sich entscheiden und die Teile festbügeln.

Das sieht jetzt anders, aber schon ganz gut aus. Nach dem Kleben der Steine sollen sie nun auch gequiltet werden. Was hatte Gudrun dazu im Kurs gesagt? Wenn man an der unteren Linie dunkleres Garn verwendet, erhält die Arbeit mehr Tiefe? Das klingt logisch und ich habe versucht, das auch für meine Landschaft anzuwenden.
Ein bisschen krakelig sind meine Steine geworden, aber besser habe ich es nicht hinbekommen.

Irgendetwas fehlt noch. Also habe ich mein Vorlage-Foto wieder herausgeholt und was entdecke ich da? Die Steine spiegeln sich im glatten Wasser! Das will ich auch haben. Mit verschiedenen Garnen bewaffnet, ich musste mir zwischendurch tatsächlich Unterfadenspulen nachkaufen, habe ich mich ans Werk gemacht.
Und was soll ich sagen, mir gefällt es immer besser.

Der Vordergrund bereitet mir allerdings noch Kopfzerbrechen. Denn da stehen auf meinen Foto Gräser und wie ich die umsetzen kann, weiß ich noch nicht so recht. Die Übungen mit der Nähmaschine gefallen mir nicht. Ob ich die besser aufsticke? Noch eine weitere Technik und das alles in einem kleinen Wandbehang?

Wo das Herz ist? Naja, es ist ja noch nicht, aber es wird. Okay, das Bild oben verwirrt etwas, aber es passte so besser in das rechteckige Format.
Inzwischen bin ich schon ein Feld weiter und nun ist es – finde ich – erkennbar. Das Stick-Herz, das für mein Auge natürlich aus verschiedenen Patchworkstoffen zusammengesetzt wird. Das gelbe Muster auf dem grünen Stoffe habe ich gleich mitgestickt, weil es unregelmäßig ist und mir das Auszählen sonst zu umständlich geworden wäre.

Hmm, soll ich nun oben rechts weiter machen oder erst die linke Seite ausfüllen?

Nun habe ich mir einen Ruck gegeben, die Maschine mit blauem Garn bestückt und beherzt das spiegelglatte Wasser im Hintergund in eine grisselige Oberfläche verwandelt.
Dafür habe ich die Breite gedanklich in mehrere Abschnitte aufgeteilt und diese jeweils von oben nach unten mit hin- und hergehenden Linien ausgefüllt. Das hat mehr oder weniger gut geklappt, aber es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Am Ende war es mir dann zu dunkel und einheitlich geworden. Deswegen habe ich das Garn gewechselt und mit Hellblau noch ein wenig drübergearbeitet. Nun beleben ein paar Lichtreflexe das Wasser.
Im nächsten Schritt wollte ich den Felsen bearbeiten. Da gibt der Stoff schon ein wenig Struktur vor, aber will ich mich daran halten? Ja, doch, schon ein wenig, die Felsen sind ja in der Natur auch verschiedenfarbig. Die Kursleiterin hatte vor zwei Jahren angeregt, man könne größere Flächen auch mit Linien in verschiedenen Richtungen ausfüllen. Das will ich jetzt hier versuchen. Also wieder das Garn wechseln, verschiedene Grautöne für den grauen Felsen sollen es sein.

So langsam gefällt es mir und es macht süchtig, immer noch mal die Linien zu verdichten. Ein bisschen Farbe vielleicht noch? Und das mit den kleinen Steinen aus meinem ersten Versuch, das muss ich noch mal nacharbeiten.
Nun habe ich zwei zeitintensive Projekte in Arbeit, bei denen ich zwar immer etwas mache, aber nicht so richtig von der Stelle komme. Ob ich da nun jede Woche etwas zeigen kann, müssen wir sehen.
An dem ersten Flicken des Stick-Herzens habe ich eifrig gestichelt und mich gewundert, wie groß die Fläche ist und wieviel Garn ich verbraucht habe. Psst, ich verrate ein Geheimnis. Das erste Garn ist schon aufgebraucht und ich musste improvisieren. Nun ist mein Stoff eben ein Farbverlaufs-Stoff, weiß ja keiner.

Bei genauerer Betrachtung fiel mir dann auf, dass auf der Zähl-Vorlage zwar die Farbnummern stehen und das sogar für viele verschiedene Garnsorten. Aber es gibt keine Hinweise auf den Verbrauch. Komisch, das ist mir auch noch nicht passiert. In Verbindung mit meiner Absicht, Garnreste zu benutzen, scheint das ein Problem zu werden. Aber es bleibt dabei, es wird nichts Neues gekauft und nun bin ich ja vorgewarnt.
Ich habe die restlichen Baumwoll-Stickgarne auch herausgeholt und werde zukünftig bei jeder neuen Fläche vorher überlegen, wie ich den Hintergrund ggf. mit mehreren Farben sticken kann. Und die kleinen Flächen werde ich auf jeden Fall erst ganz am Ende ausfüllen, die bleiben vorerst frei.

Auf das Ergebnis bin ich wirklich gespannt.
Den neuen Schwung zum Jahresbeginn wollte ich auch nutzen, um ein Ufo fertig zu stellen. Ihr erinnert euch an den Wandbehang „Erinnerungen an Schweden“, den ich nach dem Besuch des Landschaftskurses 2020 begonnen hatte. Nachdem ich mit meiner Ausrüstung nicht in der Lage war, meine Ideen auf dem Stoff umzusetzen, habe ich ihn im Oktober beiseite gelegt. Zwischenzeitlich habe ich einen Quiltfuß für meine Nähmaschinen erstanden und für die kleinere meiner beiden Pfaffs auch einen Anschiebetisch. Mit dieser Ausrüstung sollte es doch wohl möglich sein, den Wandbehang endlich fertig zu stellen.
Also habe ich mir einen zweiten Abeitsplatz eingerichtet und mich wohlgemut an die Maschine gesetzt, um den Quiltfuß zu montieren. Der ist jedoch viel größer als meine anderen Wechselfüßchen. Deswegen musste auch der Nähfußhalter abmontiert werden. Das habe ich auch noch gut hinbekommen.
Nun also nur noch den neuen Fuß festschrauben. Tja und dann begann das Drama. Auch nach langem Versuchen kriege ich ihn nicht an die Maschine, er ist zu hoch, passt nicht unter den werksseitig montierten Dualtransport.
Schade, dass Pfaff diesen Hinweis nicht auf der Verpackung hatte. Nun ist der Schwung dahin, weil ich erst zum Nähmaschinenhändler meines Vertrauens muss. Hoffentlich gibt es einen anderen Quiltfuß und hoffentlich tauscht er mir den heute noch um, mal sehen, ob ich die Rechnung noch habe.

Rechnung gefunden und auf zum Nähprofi nach Halstenbek. Auch dort fanden Fuß und Nähmaschine nicht zueinander, bin ich froh. Herr Lange griff beherzt in seinen Drehständer und förderte einen anderen Quiltfuß zutage. Er packte ihn sofort aus und was soll ich sagen, der passt! Und ist auch noch viel günstiger, so dass ich sogar noch etwas Geld zurück bekommen habe.
Auf dem Rest eines Probe-Sandwichs will ich jetzt versuchen, mich wieder in das Freihandquilten einzufinden. Das habe ich aber schon wieder so lange nicht mehr und auf dieser Maschine mit einen Freihand-Quiltfuß noch gar nicht gemacht. Anfangs habe ich mich ziemlich dusselig angestellt, aber nach einigen Fehlversuchen entstehen nun wieder Quiltlinien.

Aber bevor ich an den Wandbehang gehen kann, muss ich noch üben, üben, üben.

Willkommen in 2022, ein frohes, glückliches und gesundes neues Jahr wünsche ich allen.
Mit frischem Schwung starte ich ein neues Projekt, dieses Mal eine Stick-Arbeit. Größere Bilder habe ich schon lange nicht mehr gestickt. Die Arbeit des Stickens liegt mir zu dicht am Quilten, das ist dann keine Abwechselung mehr. Aber nun habe ich lange nicht mehr mit der Hand gequiltet und genäht und habe Lust, zu sticken.
Irgendwann und irgwndwo habe ich auf einer Handarbeitsmesse die Vorlage „Ellens Herz“ von yayaya-Schöne Stickvorlagen erstanden. Ein Patchworkherz im Kreuzstich, das passt doch wunderbar. Gestickt wird mit Baumwollgarn auf Leinen.
Liebe Freundinnen hatten mir schon vor Jahren ein größeres Stück Leinen geschenkt, so dass ich nur noch die Garne heraus suchen und das Leinen zuschneiden musste. Einmal schnell drumherum gezackelt, damit der Stoff nicht ausfranst und schon geht los.

Die ersten Stiche sind gestickt und es macht riesig viel Spaß.