Autor: Helga Kamjunke

Spenden-Quilts 1

Spenden-Quilts 1

Irgendetwas tun, nicht nur hilflos Nachrichten anschauen, das treibt mich um. Über die Jahre haben sich etliche Stoffspenden angesammelt, die ich bisher nicht zu Quilts verarbeitet hatte. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen und ich habe sie alle rausgeholt. Oh weh, ich weiß, warum sie da noch liegen. Unpassende, ehrlich auch ungebliebte Stoffe in allen Größen, gewaschen und ungewaschen, alles durcheinander. Aufs Waschen vorher habe ich verzichtet, ich will jetzt loslegen. Gewaschen werden später die fertigen Quilts.

Maßstab für diese Spenden-Quilts sind die Bettdecken vom Schweden. Die haben wir als Gruppe seinerzeit für die Mini-Deckies-Aktion zuviel gekauft und die will ich jetzt statt Volumen-Vlies verwenden. Zuerst sind Kinder-Quilts dran. Dafür wird die Bettdecke in zwei Hälften geteilt, jede ist dann 100 x 140 cm groß. Eine Hälfte nochmals teilen ergibt zwei Viertel á 70 x 100 cm. Für diese Größen habe ich ausreichend Rückseiten vorgefunden.

Die ersten Tops habe ich aus Quadraten zusammengesetzt. Einzelheiten dazu finden sich im Blogbeitrag „Schnelle Quilts aus Quadraten nähen“. Meine Stoffreste ergaben Quadrate in drei verschiedenen Größen. Am längsten hat auch hier das Schneiden und Zusammenstellen gedauert. Das Zusammennähen hat pro Top nur eine Stunde gedauert.

Ein Stück Stoff war mir zum Zerschneiden zu schade. Glücklicherweise fand sich ein toller Karostoff in ausreichender Größe, der gut dazu passte. Ein bisschen musste ich rumprobieren, damit das Karo an den Nahtstellen zueinander passte. Aber das war alles in allem ein schnelles Top.

Und noch schneller gehen die „Schummel-Quilts“. Die sehen nur aus wie Quilts, bestehen nämlich aus einem Stück Stoff und der Quilteffekt kommt erst beim Quilten der Linien raus.

Das letzte Wochenende war sehr produktiv, es sind einige fertige Tops entstanden, ein weiteres hängt vorsortiert an der Designwall und für ein letztes sind die Quadrate zugeschnitten. Bevor ich sie herzeigen kann, müssen sie noch gequiltet und mit einem Binding versehen werden.

Schnelle Quilts aus Quadraten nähen

Schnelle Quilts aus Quadraten nähen

Patchwork und ein schnelles Ergebnis passen nicht so recht zusammen. Aber manchmal soll es schnell gehen und trotzdem Patchwork sein. Patchwork besteht häufig aus geometrischen Formen und deswegen passen Quadrate gut. Die lassen sich schnell schneiden und vernähen.

Zuerst werden die Stoffe in gleich große Quadrate geschnitten. Die werden anschließend zu harmonischen Mustern ausgelegt. Wenn man mit dem Ergebnis zufrieden ist, geht es an die Nähmaschine.

Je nach Größe der Quadrate und des zu fertigenden Quilts können schon mal 100 oder mehr Quadrate beteiligt sein. Damit die nicht durcheinander kommen, ist es hilfreich, sie „in Kette“ aneinander zu nähen. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Man beginnt mit dem ersten Quadrat in der ersten Reihe, legt das zweite Quadrat der ersten Reihe darauf und steppt die beiden zusammen. Statt die Näharbeit jetzt aus der Maschine zu nehnmen, lässt man sie mit dem letzten Stich unter dem Nähfüßchen liegen. Der Faden bleibt dran. Nun nimmt man das erste Quadrat der zweiten Reihe, legt das zweite der zweiten Reihe darauf, schiebt es unter das Nähfüßchen und steppt wieder, Faden bleibt dran. So verfährt man weiter bis zur letzen Reihe. Erst jetzt wird der Faden abgeschnitten. Die Stoffpaare legt man aufgeklappt und rückwärts sortiert bereit.

Jetzt liegen also die Quadrate 1 und 2 aus der ersten Reihe bereit und Nummer 3 wird an Nummer 2 genäht. Auch jetzt bleibt der Nähfaden dran und die Nummer 3 der zweiten Reihe wird an die Nummer 2 genäht. Wieder bis zur letzten Reihe, Faden abschneiden, Reihen sortieren und los geht es mit den Quadraten an der 4. Position. Das wird bis zur letzten Spalte wiederholt. Nun hängen alle Quadrate zusammen, fest verbunden sind aber erst die waagerechten Reihen.

Jetzt wird gebügelt und zwar alle Nahtzugaben der ungeraden Reihen nach links und die der geraden Reihen nach rechts. Nun werden die waagerechten Nähte genäht. Dazu legt man die Quadrate der letzten Reihe auf die der vorletzten. Da die Nahtzugaben entgegengesetzt gebügelt sind, rutschen sie fast von allein in die richtige Position. Wer mag, sichert mit Stecknadeln, wer mag, hält die Quadrate in Position, auf jeden Fall näht man anschließend die ganze Senkrechte runter. Am Ende die Arbeit vorsichtig ausschütteln und dann die vorletzte Reihe auf die drittletzte legen und nähen. So verfahren, bis alle Nähte genäht sind.

Eigentlich müsste man jetzt auf der Rückseite die Naht-Kreuzungen auseinander bügeln. Aber was das bedeuten würde, habe ich hier mit Stecknadeln angedeutet, man müsste nämlich fast alle waagerechten Nahtzugaben einschneiden, damit sie sich richtig legen.

Das macht man vielleicht bei einem Wandbehang, aber ich sicher nicht bei einem Kuschelquilt, einem Gebrauchsgegenstand. Alle Kreuzungspunkte sind geblieben, wie sie genäht sind und die Nahtzgaben der waagerechten Nähte habe ich alle in eine Richtung gebügelt.

Und fertig ist ein Top. In einem perfekt durchdachten Patchworkblock hätte sich diese Stoffe nie getroffen, hier fügen sie sich zu einem harmonischen Ganzen.

Stick-Herz 5

Stick-Herz 5

Frisch gebügelt kann ich die Fortschritte beim Stick-Herz vorzeigen. Bei diesem Projekt fülle ich jetzt die linke Seite aus.

Zuerst habe ich den Anschluss an das schon Gestickte gesucht. Ich finde dieser Teil sieht aus wie ein Lineal. Hier habe ich aus einer Laune heraus auch schon mal die Ausarbeitung vorgenommen. Das waren in diesem Feld kleine grüne Spann-Stiche, die aus den Kreuzchen plötzlich Blumen machen, so im Frühling könnte man es für Tulpen halten.

Nun erwartet mich links außen ein kleiner Flicken, wie schön. Da finden sich auch schnell die passenden Garne. Diese Blumen werden deutlich größer.

Dresden Neighbourhood 2

Dresden Neighbourhood 2

Um die Lage der Türen besser beurteilen zu können, habe ich zuerst den Mittelkreis gemacht. Der Stoff dafür ist aus der Restekiste, aber die Pflastersteine passten so gut, das musste jetzt sein. Allerdings waren die Steine in Bögen verlegt, dafür ist mein Kreis in diesem Projekt zu klein. Deswegen habe ich vier Viertelkreise geschnitten, zusammengenäht und so einen kleinen Kreis erhalten. Den Mittelkreis habe ich auf ein dünnes Vlies genäht und gewendet. Damit er sich gut legt und ich ihn gut ausformen konnte, habe ich die Nahtzugaben vor dem Wenden nicht nur eingeschnitten, sondern kleine Dreiecke ganz herausgeschnitten.

Die Fenster, Türen und Dächer werden appliziert. Dafür habe ich die Zuschneidereste meiner bunten Stoffe und ein paar graue Reste auf Vlisofix gebügelt. Danach habe ich die Einzelteile ausgeschnitten, aufgebügelt und mit einem Stepppstich gesichert.

Begonnen habe ich in der Mitte mit den Türen. Anschließend habe ich die Dächer platziert. Ein paar Schornsteine beleben das Bild.

Nun sind die Fenster dran und zu guter Letzt der Mittelkreis.

Für das Quilting gibt es unendlich viele Möglichkeiten, Allover drüber weg, im Nahtschatten, Echoquilten außenrum, kleingemustert oder größer – immer diese Entscheidungen. Da ich beim Schwedenquilt so intensiv freihand gequiltet hatte, habe ich mich hier jetzt für die nähfüßchenbasierte Variante entschieden und Strahlen aus der Mitte heraus gequiltet. Es fand sich ein Farbverlaufsgarn, das perfekt zu den Farben der Stoffe passt. Die Dächer habe ich ausgespart.

Das Binding habe ich aus Streifen in den zehn Farben zusammengesetzt.

Meine Interpretation des Dresden Neighbourhood ist ca. 65 cm im Quadrat, mit der Nähmaschine genäht und gequiltet. Verarbeitet habe ich Baumwollstoffe von Artgalleryfabrics aus dem Laridae-Quiltingshop von Claudia Itzwerth und ein dünnes Polyester-Volumenvlies. Nun braucht der Quilt noch einen Namen. Ich nenne ihn „The Dorf“, Einheimische werden erkennen, wie ich darauf gekommen bin.

Dresden Neighbourhood 1

Dresden Neighbourhood 1

Neue Stoffe braucht der Mensch. Jedenfalls ich, denn ich musste mich für meine Resteverwertung der letzten Zeit belohnen. Also habe ich mich mit einer Projektidee im Kopf von Claudia Itzwerth aus dem Laridae-Quiltingshop beraten lassen. Herausgekommen sind die schönen Stoffe von Artgalleryfabrics.

Kreative Köpfe nehmen sich immer mal wieder traditionelle Patchworkblöcke vor und interpretieren sie neu, wandeln sie ab, gestalten sie moderner. Vor vier bis fünf Jahren war Dresden Plate, der Dresdener Teller dran. Ursprünglich sieht der Block wie eine Torte auf der Tortenplatte aus, wahlweise mit runden oder geraden Enden. Genäht hatte ich ihn noch nie. Nun waren ein paar Tage zum Nähen frei und ich machte mich an die Variante mit dem Namen Dresden Neighbourhood.

Diese Nachbarschaft besteht aus 20 Häusern, die im Kreis um einen kleinen Platz stehen. Dafür gibt es ein Schablonenset zu kaufen. Damit schneidet man die Häuser und den Mittelkreis zu. Vorher muss man sich aber für eine Reihenfolge der Farben entscheiden. Die Basis hatten wir schon beim Stoffkauf gelegt. Zuhause habe ich die Webkanten großzügig abgeschnitten und an die Designwall gehängt. Ein bisschen habe ich umsortiert, Fotos gemacht und die letzte Variante sogar in schwarz/weiß umgewandelt, um die Verteilung der Helligkeit besser beurteilen zu können. So soll es werden.

Mit Hilfe der Schablone habe ich anschließend die Häuser ausgeschnitten und wieder zum Kreis gelegt. Damit das Bild lebendiger wird, sollen die Häuser unterschiedlich hoch werden. Deswegen habe ich jedes zweite am oberen Ende eingekürzt. Da ich gerne einen hellen Wandbehang machen möchte, habe ich die dunkleren Stoffe gekürzt. Auch diesen Effekt konnte ich mit den Webkanten-Abschnitten vorher ausprobieren.

Die Tortenstücke, ganz ohne Kalorien, werden zusammengenäht und ausgebügelt.

Der Kreis wird anschließend auf dem Hintergrund fixiert und dann geht es an das Ausschmücken.

Stick-Herz 4

Stick-Herz 4

Natürlich habe ich oben rechts weitergemacht. Auch diese Fläche ist sehr groß und ich musste überlegen, wie ich sie mit meinen Garn-Restmengen ausfülle. Dieses Mal habe ich mich für gleichmäßig breite Streifen aus verschiedenen Grüntönen entschieden.

Die Blümchen bleiben vorerst frei, aus Ausfüllen der verschiedenen Stoffe wird später eine Fleißaufgabe.

Inzwischen habe ich an der rechten Seite die breiteste Stelle passiert und meine Reihen werden wieder kürzer.

Besondere Herausforderung ist jetzt, dass der Stoff an einer anderen Stelle ein zweites Mal verwendet wird. Und da soll ja meine Variante passen. Oder soll ich ihn an der Stelle, die sehr viel kleiner ist, im Original zu sticken?

Tuch Denim – Frosch II 4

Tuch Denim – Frosch II 4

Langsam, aber stetig arbeite ich auch an meinem Dreiecktuch weiter. Kraus rechts ist so langweilig, eigentlich die richtige Beschäftigung beim gemütlichen Fernsehabend. Ich könnte das sogar blind stricken. Das heißt, dass ich nicht hingucke, was meine Hände machen.

Aber mein Problem ist das Garn, eine wunderschöne Qualität, überhaupt keine Frage. Aber es handelt sich um gefachtes Garn, d.h. die 6 Fäden, aus denen es besteht, sind nicht verzwirnt. Sie laufen nebeneinander her, so in der Art wie man es auch von dem Baumwollgarn kennt, aus denen Topflappen gehäkelt werden. Und wenn ich das dann blind stricke, besteht die Gefahr, dass ich ab und zu nur 4 oder 5 Fäden erwische. Dann fällt der Rest „runter“ und das sieht man hinterher im Maschenbild. Also für mich keine Alternative, ich gucke hin und passe auf, dass alle Fäden mitkommen.

Inzwischen habe ich ein Viertel des Garns verstrickt und der gelb/grüne Frosch musste einen Faden an den jeansblauen Denim abgeben. Der erste blaue ist also angefügt und die Farbe ändert sich jetzt deutlich. Da habe ich doch glatt mal eben schnell bei Sonnenschein ein Foto gemacht.

Also auch hier geht es weiter.

Schweden 5

Schweden 5

Von der Idee, die Steine rund um den großen Felsen aufzusticken, habe ich mich verabschiedet. Stattdessen habe ich ein paar graue und braune Stoffreste auf Vlisofix gebügelt und Steine ausgeschnitten. Die habe ich immer gleich zur Probe ausgelegt und solange nachgeschnitten, bis die gestickten Linien versteckt waren. Mit dem Foto zu diesem Arbeitsschritt sind wir gestartet.

Bei der Gestaltung arbeite ich mich von hinten nach vorne, damit die Dinge im Vordergrund nicht aus Versehen durch Quiltlinien oder anderes verdeckt werden. Nun muss ich aber vorgreifen, denn ich will dem Wasser noch Wellenlinien geben und die Steine darauf positionieren. Also zuerst an die Nähmaschine gehen und mit dunkelblauem Garn das Wasser quilten.

Danach habe ich die zweite Papierschicht vom Vlisofix entfernt und die Steine wieder ausgelegt. Noch ein bisschen hin und her geschoben, aber irgendwann muss man sich entscheiden und die Teile festbügeln.

Das sieht jetzt anders, aber schon ganz gut aus. Nach dem Kleben der Steine sollen sie nun auch gequiltet werden. Was hatte Gudrun dazu im Kurs gesagt? Wenn man an der unteren Linie dunkleres Garn verwendet, erhält die Arbeit mehr Tiefe? Das klingt logisch und ich habe versucht, das auch für meine Landschaft anzuwenden.

Ein bisschen krakelig sind meine Steine geworden, aber besser habe ich es nicht hinbekommen.

Irgendetwas fehlt noch. Also habe ich mein Vorlage-Foto wieder herausgeholt und was entdecke ich da? Die Steine spiegeln sich im glatten Wasser! Das will ich auch haben. Mit verschiedenen Garnen bewaffnet, ich musste mir zwischendurch tatsächlich Unterfadenspulen nachkaufen, habe ich mich ans Werk gemacht.

Und was soll ich sagen, mir gefällt es immer besser.

Der Vordergrund bereitet mir allerdings noch Kopfzerbrechen. Denn da stehen auf meinen Foto Gräser und wie ich die umsetzen kann, weiß ich noch nicht so recht. Die Übungen mit der Nähmaschine gefallen mir nicht. Ob ich die besser aufsticke? Noch eine weitere Technik und das alles in einem kleinen Wandbehang?

Stick-Herz 3

Stick-Herz 3

Wo das Herz ist? Naja, es ist ja noch nicht, aber es wird. Okay, das Bild oben verwirrt etwas, aber es passte so besser in das rechteckige Format.

Inzwischen bin ich schon ein Feld weiter und nun ist es – finde ich – erkennbar. Das Stick-Herz, das für mein Auge natürlich aus verschiedenen Patchworkstoffen zusammengesetzt wird. Das gelbe Muster auf dem grünen Stoffe habe ich gleich mitgestickt, weil es unregelmäßig ist und mir das Auszählen sonst zu umständlich geworden wäre.

Hmm, soll ich nun oben rechts weiter machen oder erst die linke Seite ausfüllen?